Mondsüchtig Stardust liefert scharfe Bilder
Das hat sich nun geändert: Rechtzeitig zum Vorbeiflug an der Erde ist es Nasa-Technikern gelungen, Verschmutzungen auf den Oberflächen der optischen Systeme zu entfernen. Und weil der Mond gerade in Sichtweite war, wurde der Erdtrabant auch gleich für erste Tests der verbesserten Optik missbraucht.
Herausgekommen ist ein, so die US-Weltraumbehörde, außergewöhnlich detailreiches Bild des Erdtrabanten. Ein Bild, das Hoffnung auf ähnlich spektakuläre Aufnahmen des Kometen Wild 2 gibt. "Wir werden die Größe und Form des Kometen abschätzen können, wir werden kleine Krater sehen, Veränderungen in der Helligkeit, staubige Abschnitte und Gebiete, die erst kürzlich von einer Eisschicht überzogen wurden", sagt Stardust-Manager Tom Duxbury.
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Doch wenn die Sonde im Januar 2004 den Kometen erreicht, soll sie nicht nur scharfe Bilder zur Erde funken. Erstmals könnte eine Sonde den Staub eines Kometen aus seinem Schweif aufsammeln und zurück zum blauen Planeten bringen.
Im Februar 1999 gestartet, gehört Stardust zur neuen Generation der Nasa-Sonden, die im Rahmen des "Discovery"-Programms mit möglichst wenig Aufwand und zu vergleichsweise geringen Kosten neue wissenschaftliche Erkenntnisse liefern sollen. Als vor einem Jahr die Bordkamera der Sonde getestet wurde, sorgten die ersten Bilder im Jet Propulsion Laboratory der Nasa allerdings für lange Gesichter. Offensichtlich hatte austretendes Gas die Linsen der Kamera, die auch zur Steuerung des Raumschiffs benötigt wird, verschmutzt.
Derart zur Kurzsichtigkeit verdammt, musste die Nasa ihrem Staubfänger erst einmal auf die Sprünge helfen. Durch Erwärmung der optischen Systeme konnte der Belag zumindest teilweise verdampft werden. Die Ergebnisse sind noch nicht optimal, aber deutlich besser als zuvor.
Zudem geht die Reise zum Kometen jetzt schneller voran: Nach einer Runde um die Sonne hatte sich die Sonde in der vergangenen Woche bis auf bis zu 6000 Kilometer an die Erde angenähert. Die Erdanziehungskraft wurde von den Missionsverantwortlichen dazu benutzt, die Sonde weiter zu beschleunigen und auf ihren endgültigen Weg in Richtung Wild 2 zu lenken.
Alexander Stirn