Raumstation ISS Defekter Computer bereitet Probleme
Trotz neuerlicher Schwierigkeiten an Bord der ISS haben die Astronauten der Raumfähre "Atlantis" ihren zweiten Außeneinsatz im All begonnen. Michael Gernhardt und James Reilly sind damit beschäftigt, einen Sauerstoff- und einen Stickstofftank an die Außenwand der Station zu montieren. Zwei weitere Tanks wollen die Astronauten bei einem dritten Ausstieg installieren, der am Samstagmorgen stattfinden soll.
Nach Angaben der Bodenzentrale in Houston hinken die Astronauten bei ihrer Arbeit einen halben Tag hinterher. Die Probleme waren am Montag bei Innenarbeiten an der Luftschleuse aufgetreten, die das Verlassen der ISS zu Außeneinsätzen leichter machen soll. Zunächst hatte eine Luftblase in einem Kühlsystem rund einen halben Liter Wasser austreten lassen. Dieses Problem konnte beseitigt werden.
Dagegen quälten sich die Astronauten erfolglos mit der Reparatur eines undichten Ventils am System für die Luftzirkulation ab. Es konnte bisher nur notdürftig geflickt werden. Die Nasa-Bodenzentrale tüftelt an einer dauerhaften Lösung.
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Damit nicht genug: Wie schon während des letztes Besuch eines Space Shuttles brachte auch die "Atlantis"-Stippvisite den ISS-Bordcomputer durcheinander. Ohne Vorwarnung stellte eine Festplatte im Zentralrechner, der alle Funktionen im amerikanischen Modul der Raumstation überwacht, ihren Betrieb ein. Allerdings war das Problem nicht so gravierend wie vor drei Monaten, als auch die beiden Backup-Systeme ausfielen. Steuerungslos und mit defekten Toiletten trieb die Station damals durchs All. Erst der Austausch der Festplatten brachte Linderung.
Die Nasa-Ingenieuren haben offensichtlich aus den Kinderkrankheiten gelernt. Diesmal gelang es, den Computer rechtzeitig zum Beginn des geplanten Außeneinsatzes neu zu starten. Der allerdings wäre ohne Hilfe des Rechners auch kaum möglich gewesen: Zur Installation der beiden Gastanks wird der vom Bordcomputer gesteuerte Roboterarm der ISS dringend benötigt.
Um während der komplizierten Montage nicht in Schwierigkeiten zu gelangen, ist die Bodenkontrolle darauf vorbereitet, bei Bedarf die Kontrolle des Arms auf den Ersatzcomputer zu übertragen. Sollte dieser auch versagen, steht noch immer der Greifarm des Orbiters "Atlantis" zur Verfügung. Dieser ist allerdings zwei Meter kürzer als das ISS-Gegenstück. Somit könnten nur zwei der vier Tanks vom Shuttle aus platziert werden.
Bereits am Tag zuvor hatte die US-Weltraumbehörde entschieden, die "Atlantis"-Mission wegen Problemen mit der neuen Luftschleuse um einen Tag zu verlängern. Wie ein Nasa-Sprecher mitteilte, sollen die Astronauten damit mehr Zeit erhalten, die technischen Widrigkeiten in den Griff zu bekommen. Die Rückkehr der "Atlantis" ist nun für den 24. Juli geplant.