Sars China meldet ersten Todesfall
Die nationale Gesundheitsbehörde in Peking stufte die Frau, die am heutigen Freitag starb, rückwirkend als Verdachtsfall ein. Damit sind seit dem erneuten Aufflammen der Krankheit insgesamt drei neue Sars-Verdachtsfälle in China bekannt geworden, die wahrscheinlich alle auf eine Laborinfektion zurückgehen. Das Labor des Viruskontrollinstituts der Gesundheitsbehörde wurde vorsichtshalber geschlossen.
Die Regierung kündigte an, öffentliche Gebäude zu desinfizieren und an allen Grenzübergängen die Körpertemperatur von Reisenden zu messen. "Es wird jeder ins Krankenhaus gebracht, der eine Temperatur von über 38 Grad hat", erklärte das Gesundheitsministerium. Ausnahmen werde es nicht geben. In Peking wurden 188 Menschen unter Quarantäne gestellt. Fünf von ihnen haben Fieber. In der zentralchinesischen Provinz Anhui standen weitere 117 Menschen unter Quarantäne. Die Regierung ordnete tägliche Berichte der lokalen Gesundheitsposten an.
Die verstorbene Frau war die Mutter einer 26-jährigen Medizinstudentin aus der Provinz Anhui, die in dem Labor gearbeitet hatte und als erste erkrankt war. Die Frau hatte ihre Tochter gepflegt und war dann selbst tödlich erkrankt. In dem Viruslabor hatte die Studentin mit einem später ebenfalls erkrankten 31-jährigen Medizinstudenten zusammengearbeitet. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO reiste die verstorbene Frau mehrmals mit der Bahn und könnte dabei andere Menschen angesteckt haben.
Im vergangenen Jahr starben weltweit 774 Menschen an Sars, dem schweren akuten Atemwegssyndrom, davon 349 auf dem chinesischen Festland. Mehr als 8.000 Menschen erkrankten. Die Krankheit stürzte die asiatische Tourismusindustrie in eine Krise und führte bei Fluggesellschaften zu Umsatzrückgängen.