Geheimnis der Schreie Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaah!
Eine akustische Besonderheit macht menschliche Schreie zu unverwechselbaren Alarmrufen. Durch raschen Tonwechsel hören sich Rufe rau an, was ihre Wahrnehmung so unangenehm macht, berichtet das Max-Planck-Institut für empirische Ästethik unter Berufung auf eine neue Studie.
Das Gehirn nehme Geräusche als umso beängstigender wahr, je rauer sie seien. Dadurch werde das Hirnzentrum aktiviert, das für Verarbeitung und Erinnerung von Angst zuständig sei.
"Rauigkeit" entsteht den Experten zufolge durch das Tempo, in dem sich Geräusche verändern. Je schneller das abläuft, desto mehr vibriert ein Ton. Und umso rauer er klingt, desto besser sticht er unter anderen Rufen heraus - dann nimmt ihn das Gehirn als alarmierend wahr.
Wie ein Wecker
"Unsere Ergebnisse zeigen, dass Schreie eine bevorzugte akustische Nische belegen", erklärt der Frankfurter Institutsdirektor David Poeppel, der das Phänomen mit Kollegen der New York University und der Universität Genf untersucht und jetzt in der Fachzeitschrift "Current Biology" veröffentlicht hat.
Alarmtöne von Weckern wiesen eine ähnliche akustische Struktur wie menschliche Schreien auf, sagt der Neurowissenschaftler und Psychologe. Die Hersteller ahmten damit die menschliche Stimme nach.
Für ihre Studie erstellten die Forscher eine Datenbank mit Geräuschen und überprüften ihre Ergebnisse dann in Laborexperimenten. Um die Auswirkungen im Gehirn zu untersuchen, nutzten sie zudem einen Magnettomografen.