Steinzeit-Krimi: Wurde Ötzi ermordet? - DER SPIEGEL
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Steinzeit-Krimi Wurde Ötzi ermordet?

Ötzi ist möglicherweise das Opfer einer eiskalten Gewalttat. Der Gletschermann, so glauben Forscher aus Südtirol, wurde von hinten mit Pfeil und Bogen niedergestreckt.
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Bozen - Woran starb Ötzi? Die Frage, die zahlreiche Spezialisten seit dem sensationellen Fund der Gletschermumie umtreibt, wollen Südtiroler Forscher nun endgültig beantworten können. Demnach wurde der jungsteinzeitliche Alpenkraxler kurz vor seinem Tod von einem Pfeilschuss schwer verwundet.

Die 21 Millimeter lange Pfeilspitze, so erläuterte der Bozener Radiologe Paul Gostner, sei unter der linken Schulter der über 5000 Jahre alten Mumie entdeckt worden. Zudem fand man bei einer Computertomografie ein rund zwei Zentimeter großes Loch im linken Schulterblatt. Gostner: "Es könnte das Einschussloch gewesen sein."

"Die Daten erlauben mit Sicherheit zu sagen, dass der Mann, der aus dem Eis kam, am Rücken von einem Pfeil getroffen wurde", erklärte der Pathologe Eduard Egarter. Der Pfeil sei fünf bis sieben Zentimeter in den Körper eingedrungen und habe nur knapp die Lunge verfehlt. Nach der Verletzung, so die Forscher, habe Ötzi noch maximal acht Stunden gelebt.

Über die Todesursache Ötzis gab es bereits die verschiedensten Spekulationen. Seit die verschrumpelte Mumie 1991 von deutschen Bergwanderern entdeckt wurde, reißen sich die Forscher um Gewebeproben und Röntgenbilder. Eine beeindruckende Anzahl von Gebrechen - vom Wurmbefall bis hin zum Bandscheibenschaden - ließ viele Wissenschaftler vermuten, der etwa 40 Jahre alte Mann sei in der eisigen Umgebung vor Erschöpfung zusammengebrochen und erfroren.

Wenn Egarter und seine Kollegen Recht behalten, wäre eines der größten Geheimnisse des Gletschermannes gelüftet. Doch dafür gäbe es ein neues: Wer hat den "Urtiroler" auf dem Gewissen? Egarter: "Jetzt stehen die Forscher aus aller Welt vor der schwierigen Aufgabe, die Umstände zu klären, die sozusagen zur Ermordung Ötzis geführt haben."