Studie Dicke Babys werden schlauer
London - Britische Forscher haben einen Zusammenhang zwischen dem Geburtsgewicht von Kindern und deren geistiger Entwicklung nachgewiesen. Schwerere Neugeborene seien später in der Schule besser, berichten die Forscher im "British Medical Journal".
Die Forscher machen das Verhalten der Mutter während der Schwangerschaft für diesen Zusammenhang verantwortlich. Demnach hätten Mangelernährung, Rauchen und Alkoholmissbrauch nicht nur Auswirkungen auf das Gewicht des Babys, sie beeinflussten auch die Versorgung des Gehirns mit Zucker.
Für die Langzeitstudie wurde die Entwicklung einer repräsentativen Auswahl von 3900 Männern und Frauen in Großbritannien verfolgt, die 1946 auf die Welt kamen. Die Teilnehmer wurden jeweils im Alter von 11, 15, 26 und 43 Jahren getestet. Dabei prüften die Forscher die Lese-, Rechen- und Konzentrationsfähigkeit der Probanden, ihr Erinnerungsvermögen und ihr Talent zum logischen Denken.
Testpersonen, die bei der Geburt schwerer waren, schnitten dabei besser ab. Sie konnten später auch die besseren Schulabschlüsse vorweisen. Leichtere Neugeborene erzielten dagegen schlechtere Ergebnisse bei den Tests und bekamen auch in der Schule nicht so gute Noten.
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Zu schwer durften die Kinder aber auch nicht auf die Welt kommen: Lag das Geburtsgewicht zwischen vier und fünf Kilogramm, ging die geistige Leistungsfähigkeit wieder zurück. Im Alter von 43 Jahren waren keinerlei Unterschiede mehr festzustellen.
"Es scheint klar, dass das Geburtsgewicht die kognitiven Fähigkeiten beeinflusst", so Marcus Richards, Leiter des Forschungsteams vom University College in London. "Ein Baby, das nicht das bestmögliche Gewicht erreicht, dürfte auch nicht über das volle Potenzial zur Entwicklung des Gehirns verfügen."
Soziale Faktoren wie Rauchen oder körperliche Arbeit konnten die Forscher jedoch nicht völlig ausschließen. Daneben gebe es einen Zusammenhang zwischen Ausbildungsstatus und Geburtsgewicht.
Vielleicht ist ja auch nur die Insellage schuld: In den Niederlanden wurden Babys, die in den vierziger Jahren geboren wurden, untersucht. Und dabei konnte kein Zusammenhang zwischen Gewicht und geistiger Entwicklung feststellt werden.