West-Nil-Virus Amerikaner schwebt in Lebensgefahr
In den USA breitet sich das West-Nil-Virus aus. Erstmals hat das offenbar aus Afrika importierte Virus einen Mann im südlichen US-Bundesstaat Florida infiziert. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden vom Mittwoch schwebt der Patient in Lebensgefahr und wird auf einer Intensivstation versorgt.
Darüber hinaus wurde der Erreger auch bei einem Dressurpferd in Tennessee festgestellt. Veterinärmediziner kämpfen schon seit einer Woche um das Leben des 16 Monate alten Tieres, berichtete der örtliche Nachrichtensender WPBF; zwei weitere Pferde stehen unter Infektionsverdacht. In der Südstaatenmetropole Atlanta wurde ein toter Falke entdeckt, der offensichtlich dem Virus zum Opfer gefallen ist. Damit ist das seit zwei Jahren zunächst im Norden der USA auftretende West-Nil-Virus jetzt bis in den Süden vorgedrungen.
Der von Mücken übertragene Erreger, der normalerweise in Afrika und dem Nahen Osten vorkommt, hatte in den vergangenen zwei Jahren im Norden der USA neun Menschenleben gefordert und Dutzende von Kindern und älteren Menschen infiziert. Unter normalen Umständen gilt die Infektion nach Angaben des Berliner Robert Koch-Instituts nicht als lebensgefährlich, ähnelt vielmehr einer Grippe.
Bei älteren oder geschwächten Menschen kann sie unter ungünstigen Bedingungen jedoch tödlich sein. Das Virus führt zu starkem Fieber und Schüttelfrost und kann in Einzelfällen eine Hirnentzündung auslösen. Experten gehen davon aus, dass das Virus aus Afrika nach Nordamerika eingeschleppt wurde.
Bei dem ersten Infektionsfall in Florida handelt es sich um einen nicht näher identifizierten Mann, der im Norden Floridas nahe der Grenze zu Georgia lebt. Tests sollen bis Ende der Woche mit Sicherheit klären, ob er an dem West-Nil-Virus erkrankt ist. Auch bei zwölf anderen Patienten besteht der Verdacht auf eine ähnlich gelagerte Viruserkrankung.
Die Behörden in Tallahassee, der Hauptstadt Floridas, informierten die Bewohner im Norden des Staats unterdessen über die vom Virus ausgehende Gefahr. Infizierte Tierkadaver in Jacksonville seien Beweis dafür, dass sich das Virus vom Westen Floridas inzwischen bis an die Atlantikküste ausgebreitet habe. Die Menschen sollten sich, so der Tipp der Gesundheitsämter, vor allem gegen Moskitostiche schützen, da der Erreger auf diese Weise auf den Menschen übertragen werde. Auch stehende Gewässer sollten soweit wie möglich beseitigt werden.
Einem Bericht des "Miami Herald" zufolge rüstet sich das Urlauberzentrum Miami gegen die Infektionsgefahr. Selbst die Florida Keys, eine besonders bei Touristen aus Europa beliebte Inselkette im äußersten Südosten Floridas, trifft offensichtlich erste Vorkehrungen.