Afrikanische Pillendreher Mistkäfer folgen dem Mondschein
Beim Transport ihrer Dungkugeln gebrauchen afrikanische Mistkäfer einen natürlichen Kompass: das Mondlicht. Wie Biologen jetzt im Fachjournal "Nature" berichten, steuern Pillendreher der Art Scarabaeus zambesianus ihre Fracht nur dann in gerader Linie ans Ziel, wenn sie von polarisiertem Licht beschienen werden. Unter bedecktem Himmel rollen sie unsichere Schlangenlinien.
Bei der Reflexion am Mond wird das Sonnenlicht polarisiert, die Lichtwellen schwingen also in einer charakteristischen Ebene. Diese Eigenschaft können die Käfer im Gegensatz zum Menschen erkennen und zur Orientierung nutzen. Die Fähigkeit der Pillendreher wiesen die Forscher um Marie Dacke von der schwedischen Universität Lund mit einer Reihe von Experimenten nach.
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Die afrikanischen Käfer nutzen Dung, um damit ihre Eier zu ummanteln. Für jedes Ei stellen sie mit Hilfe ihrer Vorderbeine und des Kopfes eine Brutpille her. Zum Vergraben rollen die Käfer die Kugeln rückwärts mehrere Meter vom Dunghaufen weg, um sie dem Zugriff anderer Mistkäfer und weiterer Konkurrenten zu entziehen. Nach dem Schlüpfen ernähren sich die Larven dann vom Dung.
Während die Käfer ihre Mistkugeln rollten, hielten Dacke und Kollegen polarisierende Lichtfilter über die Tiere. Bei einer Änderung der Polarisationsrichtung um 90 Grad machten die Käfer sofort eine rechtwinklige Wende, wobei einige nach rechts und andere nach links marschierten. Offenbar bedienen sich die Pillendreher zwar des Mondlichts zur geradlinigen Fortbewegung, können aber rechts und links nicht unterscheiden.