In NRW und Niedersachsen Fälle von Blauzungenkrankheit nehmen rasant zu
Schafherde
Foto: Elena Safonova / iStockphoto / Getty ImagesIn Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen nehmen Fälle der Blauzungenkrankheit bei Rinder- und Schafbeständen zu. Das NRW-Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) sprach von einer »explosionsartigen Ausbreitung« in ganz NRW. Es habe seit Januar mehr als 500 Ausbrüche gegeben. Die Infektion kann zum Tod der Tiere führen, für Menschen ist der Erreger dagegen nicht gefährlich.
Auch Niedersachsen meldet eine schnelle Ausbreitung. In diesem Jahr seien bereits 90 Infektionen nachgewiesen worden, davon allein die Hälfte innerhalb der letzten vier Wochen, schreibt das Landwirtschaftsministerium in Hannover. Nach Angaben des bundesweit zuständigen Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) gibt es zudem vereinzelte Ausbrüche in Rheinland-Pfalz und Hessen.
Zungen färben sich blau
Die Viruserkrankung wird über Gnitzen, blutsaugende Mücken, weitergegeben. Die feuchte und warme Witterung der vergangenen Wochen sei ideal für Gnitzen, sagte eine Sprecherin auf dpa-Anfrage. Der Name kommt daher, weil Zungen von erkrankten Schafen manchmal blau gefärbt sind. Experten empfehlen Impfungen gegen das Virus des Serotyps 3.
Die erkrankten Tiere – vor allem die Schafe – zeigen laut Lanuv Symptome wie Lahmheit, Fieber, gestörtes Allgemeinbefinden mit verminderter Futter- und Wasseraufnahme, Nasenausfluss, vermehrter Speichelfluss und Ödem- und Krustenbildung, insbesondere im Kopfbereich.
Dem FLI zufolge war die Krankheit zwar früher schon in Deutschland aufgetreten, dann aber nicht mehr nachgewiesen worden. Deutschland galt daraufhin bis zum Herbst offiziell als frei von der Erkrankung. Nach einem Ausbruch in den Niederlanden mit über 1000 Fällen, die im September startete, habe der Kreis Kleve in NRW im Oktober erstmals über den Befall eines Schafes berichtet, schreibt das Lanuv.