"Nikon Small World"-Preis 2013: Kleine Freuden - DER SPIEGEL
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"Nikon Small World": Kleine Freuden

Foto: James Burchfield

Mikrofotografie-Preis Die Welt ist klein

Beim "Nikon Small World"-Wettbewerb verschwimmen die Grenzen von Wissenschaft und Kunst - doch alles andere ist gestochen scharf. Das sind nach Ansicht der Jury die 20 schönsten Bilder aus der Welt des Winzigen, die alle mit Hilfe von Mikroskopen entstanden sind.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Wenn Kamerahersteller Nikon seinen jährlichen "Small World"-Preis ausschreibt, reagieren vor allem Wissenschaftler. Sie erstellen im Rahmen ihrer Arbeit bisweilen Aufnahmen, die als Kunst durchgehen können. Ob leuchtende Nervenzellen, Querschnitte durch Gewebe oder vergrößerte Aufnahmen winziger Meeresbewohner: Die Bilder vermitteln faszinierende Einblicke in die Welt des Winzigen.

Doch auch interessierte Laien sind bei dem Wettbewerb angesprochen. In diesem Jahr belegt ein freiberuflicher Fotograf den ersten Platz. Sein Bild zeigt eine Kieselalge, ein Kleinstlebewesen aus dem Meer, die in ihrer gedrehten Form an Abbildungen des Erbgutmoleküls DNA erinnert, welches sich ebenfalls zu einer Helix dreht.

Als wäre es ein Porträt

Der Niederländer Wim van Egmond war schon häufiger unter den Finalisten des Wettbewerbs. Für sein nun preisgekröntes Werk hat er mehr als 90 Aufnahmen übereinandergelegt, um die Kieselalge mit entsprechender Schärfentiefe bei 250-facher Vergrößerung zu zeigen. "Ich behandle Mikrofotografien, als wären sie Porträts", sagt er. "Genauso wie man einen Menschen ansieht und versucht, seine Persönlichkeit einzufangen, beobachte ich Organismen und arbeite daran, sie so wirklichkeitsgetreu und ehrlich abzubilden wie möglich."

Neben Egmonds Aufnahme finden sich unter den 20 bestplatzierten weitere Bilder kleiner und nicht ganz so kleiner Organismen. So wäre etwa eine fotografierte Spinne auch ohne Vergrößerung problemlos sichtbar. Allerdings wäre dann der Parasit auf ihrem Abdomen weit weniger detailreich. Sogar ein Klassiker der Mikroskopie hat es auf die ersten Plätze geschafft: das Pantoffeltier.

Einige der Aufnahmen zeigen statt ganzer Organismen einzelne oder wenige Zellen - und machen dabei auch Prozesse in deren Innerem sichtbar. Auf Platz 20 findet sich so ein Bild. Was anmutet wie moderne Kunst, zeigt den Transport von Zucker in einer Fettzelle.

wbr

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