SIEGEL-DSCHUNGEL
2001 führte das Verbraucherschutzministerium das Biosiegel ein. Vergeben wird es an Hersteller, die die Auflagen der europäischen Öko-Verordnung erfüllen:
* Verzicht auf chemisch-synthetische Schädlingsbekämpfungsmittel und mineralische Stickstoffdünger;
* artgerechte Tierhaltung;
* Erzeugung ohne Gentechnik;
* Saatgut aus ökologischem Anbau;
* Umstellung lediglich eines Teils der landwirtschaftlichen Produktion auf biologische Anbauweise ist erlaubt;
* bei weiterverarbeiteten Produkten stammen mindestens 95 Prozent der Zutaten aus ökologischem Anbau.
Die deutschen Öko-Erzeugerverbände garantieren zusätzlich zu den EU-Standards:
* die Umstellung des gesamten Betriebs auf ökologische Bewirtschaftung;
* kein Einsatz von Gülle, Jauche oder Geflügelmist zur Düngung;
* mindestens 50 Prozent des Tierfutters wird selbst ökologisch angebaut;
* geringerer Tierbesatz pro Hektar als die EG-Öko-Verordnung erlaubt;
* weitergehender Verzicht auf Aromen und Zusatzstoffe bei weiterverarbeiteten Produkten.
Die meisten Handelsketten in Deutschland haben eigene Bio-Marken. Wie das Biosiegel erfüllen diese mindestens die Kriterien der EG-Öko-Verordnung.
Unter den deutschen Verbänden ist Bioland der größte, mit derzeit rund 5000 Mitgliedern und über 800 Vertragspartnern wie Bäckereien.
Ecovin ist der einzige deutsche Bio-Winzer-Verband. Er vertritt mehr als 200 Weingüter.
Die Demeter-Betriebe wirtschaften nach den anthroposophischen Prinzipien Rudolf Steiners biologisch-dynamisch. Sie setzen in der Weiterverarbeitung überhaupt keine Aromen zu.
Naturland hat für seine Mitglieder im In- und Ausland Sonderrichtlinien für Aquakulturen, Waldnutzung, Textilproduktion sowie für den Umgang mit Mitarbeitern und faire Rohstoffpreise.
Neben den nationalen gibt es regionale Erzeugerverbände. Sie produzieren nach denselben strengen Auflagen wie die überregionalen Verbände.