BASF-Explosion: Wie gefährlich sind Ethylen und Propylen? - DER SPIEGEL
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Explosion bei BASF Wie gefährlich sind Ethylen und Propylen?

Rohrleitungen mit den Stoffen Ethylen und Propylen sind bei BASF in Brand geraten. Es gab eine Explosion. Wie gefährlich sind die beteiligten Stoffe, wenn sie verbrennen?
Brand bei BASF am 17. Oktober
Brand bei BASF am 17. Oktober

Brand bei BASF am 17. Oktober

Foto: Ulli Ziegenfuss/ dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Mindestens zwei Menschen starben, einer wird vermisst, mehrere wurden schwer verletzt. Inzwischen ist der Brand auf dem Werksgelände bei BASF gelöscht, die Lage aber weiterhin unübersichtlich. Dicker Schaum bedeckt die gestern in Brand geratenen Rohrleitungen, um zu verhindern, dass weitere Stoffe entweichen.

Was ist da eigentlich verbrannt und explodiert?

Wie BASF berichtet, brannten unter anderem Rohrleitungen, die Ethylen und Propylen transportieren. Ethylen werde zum Beispiel zur Herstellung von Dämmstoffen und Lösemitteln eingesetzt, Propylen bei der Produktion von Klebstoffen oder Autolacken.

Leicht entzündlich und explosiv

Bei beiden Substanzen handelt sich um Gase, die in der Regel unter Druck oder anderweitig verflüssigt transportiert werden. Ethylen (auch bekannt als Ethen) und Propylen (auch bekannt als Propen) bestehen aus mehreren Kohlenstoff- und Wasserstoffatomen und sind sehr leicht entzündlich. Im Gemisch mit Luft besteht Explosionsgefahr.

Geraten die Kohlenwasserstoffe an einem Ort in Brand, wo es reichlich Sauerstoff gibt - wie unter freiem Himmel - verbrennen sie zu Kohlendioxid und Wasser. Enthält die Flamme unverbrannten Kohlenstoff, rußt sie.

Es entstehen Kohlendioxid und Wasser

Die entstehenden Substanzen sind für einen Chemieunfall vergleichsweise harmlos: Kohlendioxid ist ein natürlicher Bestandteil der Luft - es ist darin zu 0,04 Prozent enthalten - und entsteht auch beim Atmen in unserem Körper. In sehr hohen Konzentrationen kann der Stoff die Atmung lähmen und einen Atemstillstand verursachen. Allerdings muss der Gehalt in der Luft dazu auf deutlich über fünf Prozent steigen, was bei Bränden unter freiem Himmel selten geschieht.

Auch eine hohe Konzentration feiner Rußpartikel in der Luft kann Erkrankungen der Atemwege begünstigen. Allerdings haben die Stadt Ludwigshafen und die BASF bislang keine kritischen Stoffkonzentrationen in der Luft entdeckt. Auch die Feinstaubdaten des Umweltbundesamtes zeigen keinen bedenklichen Ausschlag . Dennoch bitten die Behörden in Ludwigshafen die Bevölkerung weiterhin, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Anwohner berichten von einem unangenehmen Geruch.

Was sind Steamcracker?

Im Zusammenhang mit der Berichterstattung war auch immer wieder von sogenannten Steamcrackern die Rede. Sie waren nach der Explosion heruntergefahren worden. Bei den Maschinen handelt es sich um große Rohre, in denen lange Ketten aus Kohlenwasserstoffen unter Druck und bei hohen Temperaturen zu kürzeren Kohlenwasserstoffen gebrochen werden. Hier entstehen etwa Ethylen und Propylen.

jme