Tumult vor dem Untergang - DER SPIEGEL
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SEEFAHRT Tumult vor dem Untergang

• aus DER SPIEGEL 37/2000
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Wenn ein Ozeanriese untergeht, zählen Sekunden. Ein Notausgang am falschen Ort, eine fehlende Reling - jede Kleinigkeit kann Menschenleben kosten. Deshalb hat der australische Student Adam Brumley eine Software entwickelt, mit der sich jedes Schiff, noch bevor es gebaut wird, auf seine Untergangstüchtigkeit testen lässt: Der Computer verteilt virtuelle Passagiere in einem Schiffsmodell. Auf Kommando rennen alle zu den Rettungsbooten. Die Architekten können dem simulierten Überlebenskampf zusehen und dort nachbessern, wo es zu besonders heftigen Tumulten kommt. Brumley machte zuvor Versuche in einem Vergnügungspark, um zu erforschen, wie Menschen sich auf schwankendem Boden und bei Schlagseite fortbewegen. Er lockte Hunderte von Freiwilligen in einen Container auf hydraulischen Stelzen. Ein Computer zeichnete das Gehampel auf und schuf aus diesen Daten die digitalen Untergangskandidaten. Ende des Jahres soll die Software namens »Evacuship« auf den Markt kommen.

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