WELTGIPFEL Umweltspesen der Ökobürokraten
Über die Umwelt wird auf dem Weltgipfel in Johannesburg nicht nur geredet; im gleichen Atemzug wird sie auch zerstört: Wenn sich in der kommenden Woche die 45 000 Teilnehmer der Mammutkonferenz über Nachhaltigkeit versammeln, dann werden sie rund 290 000 Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre pumpen - etwa so viel wie eine deutsche Kleinstadt mit 30 000 Einwohnern in einem ganzen Jahr. Das hat ein Klimabündnis aus Umweltgruppen, die Johannesburg Climate Legacy, berechnet. Größter Negativposten in der Ökobilanz ist die Anreise der Delegierten. Sie macht 94 Prozent der CO2-Produktion aus. Pro Politiker, Aktivist oder Journalist aus Berlin stoßen die Triebwerke des Flugzeugs nach Johannesburg und zurück fast sieben Tonnen des Klimagases aus. Diese Umwelthypothek ist eine Verpflichtung: »Wenn am Ende des zehntägigen Gipfels bedeutende Entscheidungen herauskommen sollten, ist dieser Ressourcenverbrauch eine lohnende Investition gewesen«, sagt Mike Mason von der britischen Umweltgruppe Climate Care.