Kometenlander "Philae" schweigt Wie Sie hören, hören Sie nichts
Zerklüftete Landschaft auf Komet Tschuri: Irgendwo dort unten ist "Philae"
Foto: DPA / ESA / ROSETTA / MPS / OSIRIS TEAMKöln - Der Landeroboter "Philae" hat vom fernen Kometen 67P/Tschurjumov-Gerasimenko, kurz Tschuri, noch kein Lebenszeichen geschickt. Nach gut einer Woche sei die Kommunikationseinheit der Raumsonde "Rosetta" am Freitag vorerst wieder abgeschaltet worden, hieß es beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Es sei wohl noch zu früh gewesen.
"Wir müssen noch etwas Geduld haben", so Projektleiter Stephan Ulamec. Die nächste günstige Gelegenheit werde es voraussichtlich in der ersten Aprilhälfte geben. Dann soll es einen zweiten Versuch geben.
Der Komet nähert sich - von der "Rosetta"-Sonde begleitet - immer weiter der Sonne. Damit verbesserten sich die Chancen, dass "Philae" sich meldet, sagte eine DLR-Sprecherin. Spätestens im August, wenn Tschuri der Sonne am nächsten kommt, hoffen die Forscher auf ein Lebenszeichen. Dann könnte es auf dem Kometen aber auch so heiß werden, dass die Elektronik des Landers ausfällt - trotz ausreichender Sonnenenergie.
Mission "Rosetta": Annäherung an den Kometen
"Philae" war im November nach zehnjähriger Reise wohlbehalten auf 67P/Tschurjumov-Gerasimenko gelandet - aber anders als geplant im Schatten. Der Landeroboter hatte noch zahlreiche Daten gesendet, war dann aber wegen Strommangels in eine Art Winterschlaf gefallen. Weil der Lander inzwischen wieder mehr Sonne abbekommt, hatte die Raumsonde "Rosetta" am 12. März begonnen, den Landeroboter zu rufen - aber keine Antwort erhalten.
Möglicherweise sei es noch zu kalt für "Philae", um auf dem Kometen aus dem Winterschlaf aufzuwachen, hieß es. Vielleicht sei er aber auch schon wach und habe nur noch nicht genug Energie, um sich beim Kontrollteam des DLR zu melden, hieß es.
Es müssen gleich mehrere Bedingungen erfüllt sein, damit "Philae" wieder in Betrieb geht. Zunächst muss es im Inneren der Sonde wärmer als minus 45 Grad Celsius werden. Damit das Minilabor aufwacht, muss "Philae" zudem über die Solarpaneele mindestens mit 5,5 Watt versorgt werden. Bis heute ist den Forschern übrigens nicht klar, wo genau der Landeroboter eigentlich auf dem Kometen steht.