"Endeavour" Der Parmesan ist angekommen
Cape Canaveral - Zwei Tage nach ihrem perfekten Start vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida ist die US-Raumfähre "Endeavour" am Samstag am ihrem Ziel angelangt, der Internationalen Raumstation ISS. Auch das Andockmanöver verlief nach Plan. Zentimeterweise näherte sich die Fähre an den letzten Außenposten der Menschheit an, ehe sie um 15.59 Uhr MESZ in rund 390 Kilometer Höhe über Neuseeland festmachte.
Die sieben Astronauten haben eine kostbare Fracht im Gepäck: Sie bringen einen fast 18 Meter langen Roboterarm mit, der an der Außenseite des Weltraumlabors montiert werden soll. Der erste Weltraumausstieg zur Installation ist für diesen Sonntag vorgesehen.
Der rund 900 Millionen Dollar teure Roboterarm "Canadarm 2" ist Kanadas Hauptbeitrag zur ISS. Der siebegliedrige Arm soll auf einer Art Schlitten an der Außenwand der Station entlang gleiten können und in der Lage sein, Arbeiten an jeder Stelle der ISS auszuführen. Bedient wird er von einem Astronauten oder Kosmonauten in der Station. Um auch Feinarbeiten ausführen zu können, soll das Ungetüm bei einer der nächsten Shuttle-Missionen einen kleinen, hoch beweglichen Roboter als "Hand" erhalten.
Neben dem Roboterarm hat die "Endeavour"-Crew hat auch Ausrüstungs- und Versorgungsgüter für die drei Kollegen an Bord, die seit dem 8. März in der Raumstation arbeiten. Der italienische Astronaut Umberto Guidoni will sie mit Parmesan-Käse und einer Verdi-CD überraschen. Wie Guidon weiter verriet, will er seinen Kollegen im All auch eine Botschaft des Papstes überbringen. Die Worte des Heiligen Vaters soll er während einer TV-Verbindung mit Italien am 25. April auf der internationalen Raumstation ISS überbringen. Ob die US-Raumfahrtbehörde Nasa mitmacht, ist allerdings noch offen, da längst nicht alle Astronauten in der Raumstation katholisch sind.
-
2 Min
Die "Endeavour" soll am 30. April zur Erde zurückkehren. Im Juni plant die Nasa bereits den nächsten Flug. Dann soll eine Druckkammer zur Raumstation gebracht werden, durch die die Astronauten ein- und aussteigen können.
Unterdessen läuft der Countdown für den ersten Touristen im Weltall. Am 28. April soll der 60-jährige US-Multimillionär Dennis Tito (um 9.37 Uhr MESZ an Bord eines russischen Raumschiffes zur Internationalen Raumstation fliegen. Die Flugleitzentrale bei Moskau teilte am Freitag die Startzeit mit und bestätigte gegen den Widerstand der Amerikaner den Flug des Laien zur ISS.
Tito musste nach US-Medienberichten zusichern, dass weder er noch seine Erben die Nasa auf Schadenersatz verklagen, falls etwas schief geht. Außerdem muss er für Schäden aufkommen, die er möglicherweise anrichtet. Die Nasa hatte sich gesträubt, weil sie Tito für nicht durchtrainiert genug und seine Russischkenntnisse für ungenügend hielt. Tito soll den Russen etwa 20 Millionen Dollar gezahlt haben.