"Endeavour" Raumfähre ist startklar
"Endeavour": Abheben am Montag
Foto: Chris O'Meara/ APCape Canaveral - Die Nasa hat die Raumfähre "Endeavour" für ihren letzten Start aufgetankt. Das Shuttle soll um 14.56 Uhr Mitteleuropäischer Zeit in Cape Canaveral (US-Bundesstaat Florida) zur Internationalen Raumstation ISS abheben. Ein erster Startversuch wurde vor zwei Wochen wegen eines Problems mit der Elektronik verschoben. Der Countdown war abgebrochen worden, als die sechsköpfige Shuttle-Besatzung bereits auf der Startrampe in Cape Canaveral war.
Kommandant der Mission ist Mark Kelly, der Ehemann der Abgeordneten Gabrielle Giffords. Der Politikerin wurde im Januar bei einem Amoklauf in den Kopf geschossen. Gifford traf am Sonntag im Kennedy Space Center ein und wollte von dort aus den Start verfolgen.
Während des zweiwöchigen Fluges sind vier Ausstiege zu Wartungsarbeiten an der Station vorgesehen. Die Chancen auf gutes Wetter für den Starttermin am Montag standen nach Angaben von Meteorologen bei 70 Prozent. Auf ihrer 25. und letzten Reise ins All soll die "Endeavour" das Alpha-Magnet-Spektrometer AMS-02 und zahlreiche Ersatzteile zur Internationalen Raumstation ISS bringen.
Der vier Meter hohe, knapp sieben Tonnen und 1,5 Milliarden Euro teure Teilchendetektor, der unter maßgeblicher deutscher Beteiligung entstand, dient der Suche nach Antimaterie im Universum. Es geht um die Frage, warum es die Welt gibt. Denn eigentlich vernichten sich Materie und Antimaterie gegenseitig.
Warum besteht nun aber unser bisher bekanntes Universum aus Materie? Wurden Materie und Antimaterie gleich nach dem Urknall getrennt und löschten sich deswegen nicht gegenseitig aus? Oder entstand einfach nur ein bisschen mehr Materie als Antimaterie - und sie ging deswegen als Sieger aus dem kosmischen Gemetzel einer gegenseitigen Annihilation hervor? Der Teilchendetektor soll nun auf die Suche nach Antworten gehen.
Die "Endeavour" war am 7. Mai 1992 zu ihrem Erstflug gestartet. Am 28. Juni soll auch die "Atlantis" als letzte dann noch verbliebene US-Raumfähre ihren finalen Flug antreten. Danach wird das Shuttle-Programm nach insgesamt 135 Missionen aus Kosten- und Sicherheitsgründen eingestellt.