Shuttle "Atlantis": Statt Start weiter Warten an der Rampe - DER SPIEGEL
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Shuttle "Atlantis" Statt Start weiter Warten an der Rampe

Der Defekt an einem Treibstoffsensor war zu heftig: Die "Atlantis" bleibt auch heute am Boden - die Besatzung muss aussteigen, die Tanks werden geleert. Am Samstag will die Nasa den letzten Startversuch für diesen Monat unternehmen.
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Cape Canaveral - Den Countdown mussten die Nasa-Verantwortlichen heute erneut abbrechen - und erhöhten damit eine andere Zahl um eins: Der Start der US-Raumfähre "Atlantis" ist nun schon zum fünften Mal innerhalb von zwei Wochen verschoben worden.

Nur der Bussard fliegt - der Shuttle bleibt am Boden: Die Besatzung der "Atlantis" saß in der Kanzel, die Tanks waren gefüllt. Weil aber ein Füllstandssensor des Außentanks defekt war, beschloss die Flugleitung den Abbruch - die Astronauten mussten wieder aussteigen

Nur der Bussard fliegt - der Shuttle bleibt am Boden: Die Besatzung der "Atlantis" saß in der Kanzel, die Tanks waren gefüllt. Weil aber ein Füllstandssensor des Außentanks defekt war, beschloss die Flugleitung den Abbruch - die Astronauten mussten wieder aussteigen

Foto: AP

An Probleme mit dem Sensor, der den Tankfüllstand anzeigen soll, ist die Nasa bereits gewöhnt. Schon im Juli vergangenen Jahres hatte einer der Niedrigfüllstandssensoren für Verzögerungen im Zeitplan gesorgt. Auch heute ist es wieder so: Das Instrument meldet keine zuverlässigen Werte, die Raumfähre kann nicht abheben.

Die sechsköpfige Besatzung war bereits an Bord der "Atlantis", der Countdown lief: Kaum mehr als zweieinhalb Stunden hätte die Digitaluhr in Cape Canaveral noch rückwärts zählen müssen.

"Wir werden den Treibstoff wieder ablassen und ihn morgen wieder einfüllen, um zu sehen, wie die Sensoren sich verhalten", sagte Flugdirektor Mike Leinbach zum Kommandanten der "Atlantis", Brent Jett. "Wir verstehen und sind hundertprozentig einverstanden", soll Jett geantwortet haben.

Wirklich letzter Anlauf am Samstag

Die 24 Stunden Verzug, welche die US-Raumfahrtbehörde den Ingenieuren in Florida gewährt, sind nach Nasa-Angaben die absolut letzte mögliche Verzögerung. Der nun ins Auge gefasste Startzeitpunkt um 15.15 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit am morgigen Samstag sei der letztmögliche Starttermin in diesem Monat. Verstreicht er, kann der Shuttle frühestens im Oktober das nächste Mal auf die Startrampe gerollt werden.

Die Mission stand bislang unter keinem guten Stern: Ein Gewitter mit Blitzeinschlag in die Startrampe, der tropische Wirbelsturm "Ernesto", eine defekte Brennstoffzelle in der Stromversorgung des Shuttles und nun - zuletzt - ein Sensor, der ungültige Werte meldete, haben alle Startpläne seit Ende August zunichte gemacht.

stx/AFP/AP/dpa