Space Shuttle "Atlantis" ist auf dem Rückweg
Die US-Raumfähre "Atlantis" hat am Sonntag ihren Rückflug zur Erde angetreten. Wie das Kontrollzentrum der US-Raumfahrtbehörde Nasa mitteilte, legte der Shuttle planmäßig von der Internationalen Raumstation (ISS) ab. Bei drei Weltraumspaziergängen am Montag, Mittwoch und Freitag vergangener Woche hatte die sechsköpfige "Atlantis"-Besatzung geholfen, ein neues Paar Sonnensegel an der ISS anzubringen. Es soll unter anderem Energie für das europäische Forschungsmodul "Columbus" zu liefern, das im weiteren Ausbau an die ISS angebracht werden soll.
Die "Atlantis"-Mannschaft verabschiedete sich am Sonntag von der Dauerbesatzung der ISS, zu der auch der deutsche Astronaut Thomas Reiter gehört. Als "bittersüß" beschrieb der zwischen Abschiedstrauer und Vorfreude auf die Familie daheim hin und her gerissene Shuttle-Pilot Chris Ferguson die Minuten vor dem Abdocken, das nach Deans Angaben wie am Schnürchen lief: "Es war ein Bilderbuch-Manöver nach Bilderbuch- Arbeiten an der ISS."
Am Samstag hatte die Crew noch Güter von der Raumfähre in die Station verladen, darunter Sauerstoff-Reserven. Außerdem hatten die Raumfahrer noch einmal Zeit, um aus dem Fenster der "Atlantis" den Blick auf die Erde zu genießen und Fotos davon zu machen. Nach dem Abdocken war nochmals ein Rundflug um die ISS vorgesehen, um die in den vergangenen Tagen vorgenommenen Umbauten an der Station zu dokumentieren.
Der Space Shuttle soll am Mittwoch nach dann elf Tagen im All auf die Erde zurückkehren. Das für die Landung wichtige Hitzeschild des Space Shuttles ist nach Nasa-Angaben im besten Zustand.
In den nächsten Tagen werden die Astronauten an Bord der ISS wieder Besuch erhalten. In einer Sojus-Kapsel, deren Start für den frühen Montagmorgen vom Weltraumbahnhof Baikonur aus geplant ist, soll auch die erste Weltraumtouristin Anousheh Ansari zu der Raumstation gebracht werden soll. Die 40-Jährige US-Bürgerin iranischer Herkunft hat rund 20 Millionen Dollar für den Flug bezahlt.
Vor der für Mittwoch geplanten Landung in Cape Canaveral (Florida) wird die Crew im Orbit mit Hilfe einer Außenbordkamera noch einmal besonders hitzeempfindliche Teile der Raumfähre inspizieren, die beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre besonderer Belastung ausgesetzt sind.
stx/AFP/dpa