Reporterinnen und Reporter beschreiben die Welt nicht nur vom Büro aus, sie gehen raus, dahin, wo das Leben stattfindet, wo es wehtut und funkelt, zu den Menschen und ihren Geschichten. Um im Kleinsten das Große zu erkennen. Die SZ widmet der Reportage in jeder Ausgabe ihre Seite Drei.
Abfindungen
:Guten Morgen, wir brauchen Sie nicht mehr
Er war Abteilungsleiter bei Porsche, dann kam das Abfindungsangebot. Und wie Tausende Manager fragt er sich jetzt: Was hilft Geld gegen das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden?
Briefe im Ukrainekrieg
:Mein Freund, der Todfeind
Der russische Schriftsteller Michail Schischkin und der ukrainische Soldat und Verfassungsrechtler Gennadiy Druzenko schreiben einander Briefe. Drei Jahre lang. Dann erhält Druzenko eine erschütternde Nachricht.
Afghanistan
:„Deutschland fehlt mir unnormal“
Dass in Afghanistan die Islamisten herrschen, hat Deutschland nicht daran gehindert, Omid Reza dorthin abzuschieben. Jetzt hat er nur ein Ziel: zurückzukehren zu seiner Freundin, in das Land, das ihn loswerden wollte.
Bundesregierung
:Jetzt wird’s persönlich
Das Beben nach dem Rücktritt von Bärbel Bas zeigt: Nur weil die Zeiten es erfordern, reißen Politiker sich noch lang nicht zusammen. Über den unterschätzten Faktor Mensch und eine Regierung, die aufpassen muss, sich nicht selbst zu zerlegen.
Wahl in Israel
:Oma, warum kämpfst du für Palästina?
Roni Perlman fährt regelmäßig ins Westjordanland, um die Gewalt der Siedler zu dokumentieren. Ihr Enkel will eine rechte Partei wählen und kann es kaum erwarten, zum Militär zu gehen. Über Israels neuen Generationenkonflikt.
Justiz
:„Er fuhr durch mich hindurch“
Viola O. war bei einer Demo gegen die AfD, als ein Rechtsextremer sie mit dem Auto überfuhr. Der Mann wurde wegen Körperverletzung verurteilt. Aber dass die Tat nichts mit seiner Gesinnung zu tun gehabt haben soll, kann sie auch sechs Jahre später nicht fassen.
USA
:Der Zerstörer
Jahrzehntelang stand das Kennedy Center für den Zauber der Kunst. Doch seit Trumps Name wieder von der Fassade abmontiert wurde, fürchten viele das Schlimmste. Wie ein Präsident die eigene Hauptstadt demoliert.
BND
:Alles muss raus: Deutschlands Geheimnisse im Ausverkauf
Dass die Bundesrepublik von Spionen unterwandert wird, ist gefährlich. Noch bedrohlicher ist es, wenn die mutmaßlichen Verräter ganz oben in der Geheimdienstzentrale sitzen. Wie der Fall Hanning die Sicherheit eines ganzen Landes erschüttert.
Hat das die Beauty-Industrie verbockt oder das Internet oder die Gesellschaft insgesamt? Oder ist alles am Ende ganz normal?
Bundesregierung
:Der Mann an seiner Seite
Wolfram Weimer gilt nicht nur als stramm konservativ, sondern auch als einer der wenigen Vertrauten des angeschlagenen Kanzlers. Die Frage ist nur, ob das für Friedrich Merz eine Hilfe ist oder eher ein Problem.
Venezuela
:Trump hat ihren Diktator entführt. Aber was haben sie jetzt davon?
Seit Maduro weg ist, hoffen viele Venezolaner, dass ihr Leben endlich besser wird. Nicht mal die schweren Erdbeben konnten diesen Optimismus erschüttern. Aber klar ist: Ihr Schicksal liegt jetzt auch in Trumps Händen.
Russland
:Bis Putin uns scheidet
Als Elena Sergeeva nach Berlin zog, trennten sie und ihre Familie ein paar Flugstunden. Seit dem Krieg ist es eine ganze Welt. Wie Russland versucht, mit Internet-Blockaden auch noch die letzten Verbindungen zu Auswanderern zu zerstören.
Prozess
:Am Nachmittag gab er ihr die Narkose. Um 2:05 Uhr war Emilia tot
Weil die Zähne der vierjährigen Emilia voller Karies waren, bekam sie eine Vollnarkose vom Anästhesisten Gerald W. Wenige Stunden danach starb das Mädchen. Und das Gericht ist überzeugt: Das war kein Unglück, das war Mord.
Sachsen-Anhalt
:Ein Parlament, wie es der AfD gefällt
Mit der konstituierenden Sitzung im Landtag von Sachsen-Anhalt diesen Dienstag wird sich zeigen, wie die Partei mit Macht umgeht. Und auch, ob der Rechtsstaat der AfD seinen Stempel aufdrücken wird oder doch eher die AfD dem Rechtsstaat.
Buchmarkt
:War's das jetzt mit dem Lesen?
Die Welt der Bücher geht nicht mit einem großen Knall unter – Verluste hier, Existenzkrisen dort. Eine Reise zu Verlegern, Autorinnen und Buchhändlerinnen, die gerade erleben, was alles auf dem Spiel steht
Bundeswehr
:Pistorius und der gefährlichste Schrotthaufen seiner Amtszeit
Noch ist Boris Pistorius der beliebteste Politiker des Landes. Aber dass er den Bau des größten Kriegsschiffes der Marine stoppte, hat jetzt vielleicht ein teures Nachspiel. Es zahlt: der Steuerzahler.
Nationalmannschaft
:Siehe, ein Mensch
Jürgen Klopp, schon der Name schien Fußball-Deutschland in neue Sphären zu katapultieren. Zwei Spiele später ist die Euphorie etwas abgeflaut und selbst ein Siegertyp wie er scheint zu erahnen, dass man als Bundestrainer sehr einsam werden könnte.
Neukölln
:Links, linker, Neukölln
Es gibt die Linke Berlin, und als eine Art Steigerung gibt es noch die Linke Neukölln. Seit ihrem Wahlsieg hört man über sie alle nur das Schlechteste. Zeit, mal hinter all die Warnungen und Beleidigungen und Klischees zu schauen.
Künstliche Intelligenz
:Die Monster, die sie riefen
Seit Tech-Konzerne weltweit Rechenzentren in die Landschaft stellen, hat KI so was wie ein Gesicht. In den USA und in Deutschland wehren sich immer mehr gegen die Energie verschlingenden Bauten, die letztlich für alles stehen, was ihnen gerade Angst macht.
Vereinte Nationen
:Wie geht es eigentlich der Welt?
Bei der UN-Generaldebatte kommen alle 193 Mitgliedsstaaten zu Wort. Natürlich geht es um Gaza und die drohende KI-Apokalypse, aber auch darum, was Osttimor und Palau auf der Seele brennt. Eine Reise um die Welt – auf einem Klappsessel der Zuschauertribüne.
Extremwetterkongress
:„Es wird super, super übel werden“
Beim Extremwetterkongress in Hamburg sind viele der Klimaexperten fassungslos über die Ignoranz in der Gesellschaft. Der Sommer war ein Fanal, aber statt zu sagen, lasst uns die Welt retten, werden Meteorologen verteufelt. Zeit, sich zusammenzuraufen.
NS-Zeit
:Hier stand mal ein KZ
Dachau, Buchenwald oder Bergen-Belsen – weltweit stehen diese Namen für die nationalsozialistischen Verbrechen. Doch es gab auch Hunderte Konzentrationslager direkt vor der Haustür der Deutschen. Warum weiß das heute kaum noch jemand?
Der Papst in Frankreich
:Von wegen, gottlose Zeiten
In Frankreich lassen sich gerade erstaunlich viele Erwachsene taufen, was doch etwas überraschend ist in diesen Zeiten. Da passt es ja, dass jetzt auch noch der Papst kommt. Von Menschen, die Halt suchen in einer Welt ohne Halt.
CDU
:Im freien Fall
Die CDU steht nach den Wahlen gedemütigt und gebeutelt in der politischen Landschaft herum. Plötzlich ist in der Partei viel von Werten die Rede. Und dann ist da auch noch das Gefühl, dass sie mit Merz gerade in die ewigen Abgründe reiten.
Indien
:Eine Schule, ein Lehrer, keine Chancen
Während Narendra Modi von einer Wirtschaftswunderwelt träumt, müssen sich Lehrer wie Rajendra Singh gegen die Bildungsmisere Indiens stemmen. Er unterrichtet allein 56 Kinder, alle Altersstufen. Eine Schulstunde in einer Welt der Abgehängten.
Mecklenburg-Vorpommern
:Volkspartei, aber wo ist das Volk?
Manuela Schwesig wird wohl Ministerpräsidentin bleiben in Mecklenburg-Vorpommern, aber das Duell zwischen SPD und AfD hat mögliche Koalitionspartner Stimmen gekostet – und die CDU alles.
Linke
:Wenn in Neukölln mal wieder die Intifada verherrlicht wird
Die Linke Elif Eralp klingt, als wäre sie schon Regierende Bürgermeisterin in Berlin. Aber da wären noch ein paar Dinge, die geklärt werden müssen. Stichwort: Antisemitismus.
Entwicklungshilfe
:"Schauen Sie sich doch um, wie es aussieht"
Deutschland zahlt so viel Entwicklungshilfe an Libanon wie kein anderer Staat. Die Frage ist nur, ob das Libanon so viel weiter bringt. Spielplätze verfallen, Parks sind voller Müll. Wie hilft man einem Land, das sich erst mal selbst helfen müsste?
Tradwives
:Frauen, zurück an den Herd
In Hannah Neelemans Welt ist das Glück einer Frau, ihren neun Kindern den perfekten Rhabarberkuchen zu backen. Als Tradwife-Influencerin passt sie damit bestens in Trumps Amerika, wo Feminismus mittlerweile eine Art Schimpfwort ist.
Landtagswahlen
:„Man hat einmal den Staat zu Fall gebracht, dann könnte man ihn doch wieder zu Fall bringen. Das ist die Fantasie.“
Nach dem Beben ist vor dem Beben? Fünf Ostdeutsche über den Erfolg der AfD, die Normalisierung des Radikalen, der Gewalt – und das, was ihnen Hoffnung macht.
Die AfD und ihre Streamer
:Sie pöbeln und provozieren, live und in Farbe
Rechte Streamer wie „Aktivist Mann“ haben die AfD in Sachsen-Anhalt mit zum Wahlsieg getragen. Hart angehen tun sie vor allem Journalisten. Einblicke in eine mediale Parallelwelt.
Wahl in Berlin
:Und dann: Enteignung?
Die Linke Elif Eralp hat durchaus Chancen, die Regierende Bürgermeisterin von Berlin zu werden. Und irgendwie würde das ja auch passen, die Partei ist fast genauso rätselhaft wie die Stadt.
Ukraine
:Putins härtester Gegner
Wer Robert Browdi treffen will, wird an einen streng geheimen Ort gebracht. Der Major ist Pionier der ukrainischen Drohnenoffensive. Und so erfolgreich, dass Russland viel für seine Ermordung zahlen würde.
Madagaskar
:„Wir wurden betrogen, wir wurden benutzt“
Die Wut der Gen Z hat den Präsidenten im Oktober 2025 aus dem Amt gefegt. Aber von der Euphorie dieser Tage ist fast nichts übrig in Madagaskar, keiner glaubt mehr an Neuwahlen, an die Beteiligung der Jugend. Selbst untereinander ist da jetzt ein Bruch.
Prozess
:Hat er wirklich seine Frau mit Gülle erstickt?
Seit bald acht Jahren sitzt Ludwig O. in Haft, er soll seine Frau mit Gülle getötet haben. Es gibt keine Zeugen, keine DNA-Spuren, nur Indizien. Er sagt, er war es nicht. Jetzt legt sein Anwalt neue Gutachten vor.
Céline Dion
:Der Versuch, eine Göttin zu werden
Die Rückkehr von Céline Dion auf die Bühne ist für viele eine Art wundersame Wiedergeburt. Sechzehn Konzerte wird sie in Paris geben, die Stadt bebt seit Wochen im Vorfieber. Und so viele Fragen: Wird ihr Körper das mitmachen? Ihre Stimme?
Schule
:In Deutschland gibt es 752 000 Lehrer. Was ein einzelner bewirken kann? So viel
Nach mehr als 30 Jahren geht Holger Berg in Pension. Und einer seiner ehemaligen Schüler fängt gerade erst an. Dass dieser Job nicht leichter wird, wissen beide. Aber wenn sich die Lehrer nicht um die Zukunft kümmern, wer dann.
Bahnhof Zoo
:„Da haben kleene Jungs auf der Straße ihren Hintern verkooft“
Wer am Zoo aussteigt, fällt direkt ins Elend der Stadt. Wie vor 45 Jahren, als Uli Edel hier das Leben der Christiane F. verfilmt hat. Es war und ist ein Ort der Abgründe, auch wenn sie heute andere Drogen konsumieren, andere Ängste durchleben.
Berlin
:Ein Kanzler im Überlebensmodus
Es ist etwas passiert nach der Wahl in Sachsen-Anhalt: im Land, aber auch mit Friedrich Merz. Immer mehr sagen, er muss weg, andere finden, da müssen wir durch. Von einem Kanzler und seiner vielleicht letzten Chance.
Wehrhaftigkeit der Demokratie
:Zehn Gründe für ein AfD-Verbotsverfahren. Jetzt.
Es braucht eine Prüfung der AfD vor dem Bundesverfassungsgericht. Um zu klären, welche Gefahr von der Partei ausgeht – und um sie zu verbieten, wenn sie so demokratiefeindlich ist, wie es scheint.
Windenergie
:Mein Nachbar mit dem "Monsterwindpark"
Dass auf ihrem Gebiet Windräder entstehen sollen, regt im badischen Dertingen keinen auf, im fränkischen Nachbarort Homburg dafür umso mehr. Nichts gegen die Zukunft, sagen sie in Bayern, aber doch nicht direkt vor ihren Augen.
Wahl in Sachsen-Anhalt
:Und nichts mehr ist, wie es war
Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt ist da nicht nur eine zerfledderte CDU, sondern ein Land in Aufruhr. Zum ersten Mal steht eine rechtsextreme Partei davor, Regierungsmacht zu bekommen. Bei vielen bleibt da nur: Fassungslosigkeit.
Türkei
:„Natürlich gewinnen wir die nächste Wahl“
In der Türkei haben so viele immer wieder von einem Land ohne Erdoğan geträumt und mussten doch zusehen, wie die Demokratie bis zur Unkenntlichkeit verblasste. Jetzt ist da eine neue Oppositionspartei. Und wieder hoffen sie.
25 Jahre 9/11
:„Ich kenne keinen anderen Mordfall, bei dem man die Opfer auf der Müllkippe entsorgt hat“
Der Anschlag auf das World Trade Center ist 25 Jahre her, aber Diane und Kurt Horning konnten ihren Sohn nie begraben. Sie haben nur ein paar Dinge von ihm, die man auf der Müllhalde fand, auf der das Geröll damals abgeladen wurde. Und jetzt: Gras drüber?
Freibad
:Die Rettungsschwimmer von Strümpfelbach
Immer mehr Freibäder in Deutschland müssen schließen. Die Bewohner eines schwäbischen Dorfs betreiben ihr Schwimmbad jetzt einfach selbst. Über eine schweißtreibende erste Saison – und einen Ort, der über sich hinausgewachsen ist.
Leipzig
:Jedes Wort ein Sprengsatz
Nach dem Anschlagsversuch in Leipzig haben die Ermittler alles aufgefahren, bis sie sagen konnten, dass Russland der Drahtzieher ist. Es geht um eine klare Botschaft an Putin, aber auch darum, die Deutschen nicht noch mehr zu verängstigen.
Wahlkampf im Osten
:Vorsicht, Wähler!
Friedrich Merz hat Wahlkampf gemacht im Osten, nur hat ihn dort so gut wie keiner gesehen. Die Wenigen, die er traf, haben ihn lieber angeschrien als ihm zugehört. Das sagt möglicherweise mehr über das Land aus als über den unbeliebten Kanzler.
Sachsen-Anhalt
:Ihr Kampf gegen die Bedeutungslosigkeit
Sahra Wagenknecht hält die Brandmauer für eine „Idiotie“ und Putins Gas für unverzichtbar. Doch trotz schlechter Umfragen könnte ihr BSW potenzieller Wegbereiter einer AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt werden.
USA und Kanada
:Es reicht einer, um hundert Jahre Freundschaft zu zerstören
Die meisten Kanadier mochten Donald Trump noch nie. Und doch sind sie fassungslos darüber, wie ein einzelner Mensch es gerade schafft, eine über Jahrhunderte gewachsene Freundschaft zu zertrümmern. Es bleibt die blanke Wut.
Sturzflut im Himalaja
:Chinas Macht und Nepals Ohnmacht
Während sich viele Nepalesen schon fragen, wer sie vor der nächsten Katastrophe schützen kann, fürchtet China jedes Bild der Schwäche, gerade in Tibet. Szenen aus einer Region, in der nicht nur die Berge fragil sind.