Für Verteidigung der Menschenrechte Friedensnobelpreis geht an Südafrikanerin Navanethem Pillay
Südafrikanische Juristin Navanethem »Navi« Pillay
Foto:Niklas Elmehed / Nobel Prize Outreach
Navanethem »Navi« Pillay erhält den diesjährigen Friedensnobelpreis. Die Juristin aus Südafrika habe »maßgeblich dazu beigetragen, dass Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord strafrechtlich verfolgt werden«, begründete das Nobelpreiskomitee seine Entscheidung. Ein solches Rechtssystem sei die Voraussetzung für eine friedliche Welt.
Der Chef des Komitees, Jørgen Watne Frydnes, lobte Pillays »festen moralischen Kompass« und den »roten Faden«, der sich durch ihre Karriere ziehe. »Sie hat Staaten und nationale Führungskräfte zur Rechenschaft gezogen und Opfern von Gewalt und Konflikten Hoffnung gegeben«, sagte er. So seien durch ihre Mitarbeit unter anderem sexuelle Gewalt und Vergewaltigung sowie die Verbreitung von Propaganda als Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord anerkannt worden.
Pillay wurde im Jahr 1941 in Durban geboren und begann nach ihrem Jurastudium, Menschen zu verteidigen, die sich gegen die Apartheid engagierten. Einer ihrer Mandanten war Nelson Mandela. Von 2003 bis 2008 war sie Richterin am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag und von 2008 bis 2014 Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte. Die Juristin leitete unter anderem eine unabhängige Untersuchungskommission, die Israel im vergangenen Jahr einen Völkermord in Gaza vorwarf.
Pillay im Jahr 2023
Foto: Wikus de Wet / AFPDie Sprecherin der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Shabia Mantoo, nannte die Entscheidung des Komitees eine »fantastische Nachricht«. Pillay sei eine »unermüdliche Verteidigerin und Fürsprecherin« für dieses Thema. Es sei wichtig, dass der Nobelpreis an jene verliehen werde, die sich gegen Verletzungen der Menschenrechte aussprechen.
Insgesamt waren 287 Kandidatinnen und Kandidaten für den Preis nominiert, 208 Einzelpersonen und 79 Organisationen. Auch Donald Trump soll erneut darunter gewesen sein. Wie schon 2025 ging der US-Präsident erwartungsgemäß leer aus. Im vergangenen Jahr war die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado ausgezeichnet worden. Sie widmete ihren Preis Trump und schenkte ihm ihre Medaille.
Der Friedensnobelpreis ist in diesem Jahr mit zwölf Millionen schwedischen Kronen dotiert, das entspricht etwas mehr als einer Million Euro. Seit Montag sind bereits Nobelpreisträger in den Kategorien Medizin, Physik, Chemie und Literatur verkündet worden. Unter den drei Medizin-Preisträgern sind mit Peter Hegemann und Georg Nagel zwei deutsche Forscher. Die prestigeträchtige Auszeichnung für Literatur ging in diesem Jahr an die Kanadierin Anne Carson .