Iran-Krieg: USA wollen Montag mit Seeblockade der Straße von Hormus beginnen – Öl-Preis steigt - DER SPIEGEL
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Irankrieg USA wollen ab Montag Straße von Hormus blockieren, Ölpreis steigt auf mehr als 100 Dollar

Die Börsenkurse in Ostasien starten mit Verlusten in die Handelswoche. Das US-Militär gibt Details zur geplanten Seeblockade der Straße von Hormus bekannt. Das Regime in Teheran warnt vor einem Bruch der Waffenruhe. Der Überblick.
Öltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormus auf (am 11. März)
Öltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormus auf (am 11. März)

Öltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormus auf (am 11. März)

Foto:

Altaf Qadri / AP / dpa

Noch hat die Seeblockade der Straße von Hormus durch das US-Militär nicht begonnen. Erst am Montag um 10 Uhr US-Ostküstenzeit (16 Uhr MESZ) soll es so weit sein. Doch allein die Ankündigung hat bereits Folgen:

  • Der Ölpreis für ein Fass (je 159 Liter) der Nordseesorte Brent mit Auslieferung im Juni stieg um rund acht Prozent: In der Nacht zum Montag lag er bei 102,50 US-Dollar. Vor dem Start der Verhandlungen zwischen den USA und Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad am Samstag hatte der Preis pro Barrel noch bei 95,20 Dollar gelegen. Auch der Preis der US-Sorte WTI zur Lieferung im Mai stieg ‌um 8,6 Prozent auf 104,88 Dollar. Die Ölpreise bleiben derzeit der wichtigste Gradmesser für die Inflations- und Konjunktursorgen am Markt.

  • Die Börsenkurse in Ostasien starteten mit Verlusten in die Handelswoche. Der japanische Leitindex Nikkei 225 sank bis zum Vormittag (Ortszeit) um knapp 0,9 Prozent, der südkoreanische Kospi rangierte zum selben Zeitpunkt rund ein Prozent im Minus. Der Hongkonger Hang Seng gab im Morgenhandel ebenfalls um ein Prozent nach. Nahezu unverändert hielt sich der in Shanghai gehandelte CSI 300, der die wichtigsten Aktien der chinesischen Festlandbörsen abbildet, mit einem Plus von 0,1 Prozent. Der australische S&P ASX 200 sank um 0,5 Prozent.

Die Märkte reagieren damit auf die am Sonntag von Donald Trump angekündigte Blockade der Straße von Hormus, der US-Präsident hatte dabei allerdings noch keinen genauen Starttermin genannt. Vorausgegangen war das vorläufige Scheitern der Friedensverhandlungen zwischen den USA und Iran (mehr dazu hier ).

In der Nacht zum Montag erklärte das US-Regionalkommando für den Nahen Osten (Centcom) dann bei X , der Seeverkehr werde ab 10 Uhr US-Ostküstenzeit für Schiffe blockiert, die iranische Häfen anliefen oder verließen. Dies schließe iranische Häfen am Persischen Golf und am Golf von Oman ein. Die Blockade werde gegenüber Schiffen aller Nationen durchgesetzt, hieß es weiter.

Zugleich erklärte Centcom, dass die Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus, deren Ziel oder Startpunkt nicht ein iranischer Hafen sei, durch das US-Militär nicht beeinträchtigt werde.

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Die iranischen ⁠Revolutionswächter hatten kurz nach Trumps Ankündigung mitgeteilt, jedes militärische Schiff, das sich der Straße von Hormus nähere, werde als Verletzung der Waffenruhe gewertet. Iran werde darauf »hart und entschlossen« reagieren.

Was Trump mit der Seeblockade erreichen will

Trump will mit der Blockade verhindern, dass Iran Gebühren von Reedereien für eine Durchfahrt durch die Meerenge verlangt, und das Land gleichzeitig von Öleinnahmen abschneiden. Iran ist einer der größten Ölproduzenten der Welt, und dementsprechend ist die Straße von Hormus auch für Teheran enorm wichtig, um seine Ölexporte an die internationalen Märkte zu bringen.

Seit Kriegsbeginn am 28. Februar mit US-israelischen Angriffen auf Iran hatte Teheran die für den Öltransport wichtige Straße von Hormus vor seiner Küste blockiert. Die Durchfahrt von Schiffen kam praktisch zum Erliegen. Weltweit schossen Energiepreise in die Höhe, was auch Trump unter Druck setzt.

Der CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt hält die Ankündigung einer Seeblockade deshalb in erster Linie für eine Verhandlungstaktik. »Präsident Trump kann keine blockierten Handelswege gebrauchen«, sagte er der »Rheinischen Post«. »Das führt auch in den USA zu steigenden Preisen und schwächt ihn innenpolitisch«, sagte der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion.

»Beide Seiten versuchen, ihre Verhandlungsposition zu verbessern. Ich sehe Trumps Äußerungen über eine mögliche US-Blockade eher als Verhandlungstaktik.« Außerdem habe man gelernt, »bei ihm nicht jedes Wort sofort als endgültige Festlegung zu verstehen«.

aar/dpa/AFP/Reuters