Israel: EU verzichtet auf Aussetzung von Assoziierungsabkommen - DER SPIEGEL
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Gipfeltreffen in Brüssel EU verzichtet auf Aussetzung von Assoziierungsabkommen mit Israel

Spaniens Ministerpräsident forderte zuletzt von der EU mehr Distanz zu Israel. Durchsetzen konnte Sánchez sich beim EU-Gipfel in Brüssel damit nicht: Ein Assoziierungsabkommen mit dem Nahoststaat soll weiter bestehen bleiben.
Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel: Keine einheitliche Linie
Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel: Keine einheitliche Linie

Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel: Keine einheitliche Linie

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Dursun Aydemir / Anadolu Agency / IMAGO

Bei ihrem Gipfeltreffen in Brüssel haben sich die Staats- und Regierungschefs der Länder der Europäischen Union nicht auf eine gemeinsame Haltung zur Zusammenarbeit mit Israel verständigen können. Auf die von manchen geforderte Aussetzung des Assoziierungsabkommens mit dem Nahoststaat wurde verzichtet.

In einer auf dem EU-Gipfel verabschiedeten Erklärung heißt es lediglich, dass der Europäische Rat den Bericht des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EAD) zum Gazastreifen »zur Kenntnis« nehme und die Gespräche über mögliche Folgen im Juli fortsetzen wolle. Dem Bericht zufolge gibt es Hinweise, dass Israel seine Menschenrechtsverpflichtungen verletzt haben könnte.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und sein österreichischer Kollege Christian Stocker hatten eine vorläufige Aussetzung des Abkommens abgelehnt. Davon sei »keine Verbesserung der Situation in Gaza zu erwarten«, sagte Stocker. Es sei sinnvoller, die Gesprächskanäle offenzuhalten, fügte er hinzu.

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Merz hatte sich bei seinem Eintreffen in Brüssel nicht dazu geäußert, seine Ablehnung aber in seiner Regierungserklärung am Dienstag deutlich ausgesprochen.

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez bezeichnete die Lage im Gazastreifen als eine »katastrophale Völkermordsituation«. Er forderte, das EU-Assoziierungsabkommen mit Israel umgehend auszusetzen und verwies auf den am Montag vorgelegten Bericht des EAD zur Überprüfung des Abkommens.

In Artikel zwei des im Jahr 2000 geschlossenen Abkommens steht, dass die Beziehungen zwischen den Vertragsparteien auf der Achtung der Menschenrechte und demokratischen Grundsätzen beruhen.

In der Erklärung heißt es nun: »Israel muss seinen Verpflichtungen aus dem Völkerrecht, einschließlich des humanitären Völkerrechts, in vollem Umfang nachkommen.« Zudem wird die Siedlergewalt gegen Palästinenser im Westjordanland kritisiert.

Keine eindeutige Stellungnahme zu Angriffen auf Iran

Die Staats- und Regierungschefs vermeiden zugleich eine klare Stellungnahme zu den amerikanischen und israelischen Angriffen auf Iran – sie werden weder ausdrücklich kritisiert noch begrüßt: So werden »alle Parteien nachdrücklich aufgefordert, sich an das Völkerrecht zu halten, Zurückhaltung zu üben und von Maßnahmen abzusehen, die zu einer erneuten Eskalation führen könnten«.

Die EU betont aber, dass Iran niemals in den Besitz von Atomwaffen gelangen dürfe und seinen rechtlich bindenden Verpflichtungen aus dem Nichtverbreitungsvertrag nachkommen müsse. Die EU werde weiter zu allen diplomatischen Bemühungen beitragen, um Spannungen abzubauen und eine dauerhafte Lösung der iranischen Atomfrage zu erreichen. Diese könne nur durch Verhandlungen erzielt werden.

sol/AFP/Reuters