Detroit: Showtime in Motown - DER SPIEGEL
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Detroit Showtime in Motown

Fliegende Vans, zuckende Laser, akrobatische Tänzer - die US-Automobilindustrie brummt. Das zeigte sie auch auf der Internationalen Autoausstellung in Detroit: Die "Big Three" der amerikanischen Autoindustrie präsentierten in "Motown" Detroit ein 350-Millionen-Dollar-Spektakel im XXL-Format.
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Detroit - Rund 17 Millionen Pkw und Kleinlastwagen haben die Amerikaner im vergangenen Jahr gekauft - mehr als jemals zuvor. Fast fünf Millionen brachte davon allein General Motors an die US-Bürger. Und wie es sich für den größten Autohersteller der Welt gehört, präsentierte er auch den größten Stand, den die Cobo-Hall in Detroit je gesehen hat: Auf rund 15.000 Quadratmetern und zwei Etagen zeigte "The GM Experience" eine verwirrende Fülle von Concept-Cars, Studien und Produkten der verschiedenen Firmen des Konzerns.

Dazu gehörte etwa das Oldmobile Profile mit Sprachcomputer, der Retro-Pickup Chevrolet SSR mit sechs Liter Hubraum und V8-Triebwerk oder der Buick LaCrosse, der auf Sprachkommando Heck und Dach verschiebt und zum Kleinlaster mutiert. Ebenfalls ein Pickup ist der GMC Terradyne mit dem kantigen Aussehen eines Bull-Terriers, der zugleich als mobiles Büro mit Laptop und 5000-Watt-Generator dienen soll. Im Schatten dieser US-Boliden fristet dagegen GM-Tochter Opel, erstmals in Detroit vertreten, eher ein Nischendasein - nur am deutschen GG-Kennzeichen ist die Opel-Studie "Snowtrekker" auf Zafira-Basis zu erkennen.

Ein Experiment ganz anderer Art wagte Ford - mit mäßigem Erfolg. Ohne Laser-Light-Show, Trockeneis-Nebel, Musik und sonstigem Tamtam mischten sie die Weltpremiere ihrer neuen Geländewagenstudie "Equator" unter die Exponate ihrer Ausstellung - und warteten ab, was passiert. Es passierte nicht viel: Nur nach und nach fand der "Equator" Beachtung und Einzug in die Artikel der amerikanischen Presse.

Dafür erlebten die europäischen Mitglieder der Ford Motor Company großen Zulauf. Bei der Weltpremiere des neuen, in den USA sehr beliebten und erfolgreichen Volvo V70 herrschte dermaßen Gedränge, dass Ford-Chef Jac Nasser und Wolfgang Reitzle, Präsident der neu gegründeten Ford-Luxus-Abteilung "Premier Automotive Group" (PAG), gemeinsam auf einem Hocker kauern mussten. Und auch beim Jaguar F-Type lauschten die anwesenden Journalisten andächtig den Worten des PAG-Chefs Wolfgang Reitzle.

Für die Show-Höhepunkte aber sorgte der amerikanische Partner der DaimlerChrysler AG. Während sich Mercedes-Benz auf eine Ecke am Ausgang beschränken musste, inszenierte Chrysler im Zentrum der Cobo-Hall die totale Show. Unter lauten "Ahs" und Ohs" des Publikums schoss der neue Voyager-Minivan aus den Kulissen, hangelten Akrobaten im GSG-9-Stil von der Decke oder kommentierten Pantomimen die Rede von DaimlerChrysler-Präsident James P. Holden mit Break-Dance-Einlagen.

Am Ende amüsierte Vize-Präsident Bob Eaton das Publikum mit seiner Ein-Mann-Show: Mit Trommelwirbel und Zigarrenqualm enthüllte der ehemalige Chrysler-Boss drei Miniatur-Ausgaben des PT Cruiser - und schockte die Konkurrenz mit einem Kampfpreis von 16.000 Dollar. Auch in Deutschland, wo der Verkauf des Kompaktwagens im Retro-Stil im Juni beginnt, soll er ab 35.000 Mark zu haben sein.

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