Porsche Macan: Autokonzern stellt nächstes SUV-Modell vor - DER SPIEGEL
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Weltpremiere Porsche Macan Mehr Gelände wagen

Porsche war früher 911er pur. Doch das reicht heute nicht mehr. Mit dem neuen Geländewagen Macan entfernt sich die Marke wieder ein Stück vom Ursprung als Sportwagenschmiede - und fährt überraschend gut damit.
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Doppelpremiere für ein neues Porsche-Modell, das untypischer kaum sein könnte: Auf den Autoshows in Tokio und Los Angeles enthüllen die Zuffenhausener den mittelgroßen SUV Macan; es ist nach dem Cayenne bereits die zweite Geländewagen-Baureihe von Porsche. Die Marke wird damit mehr und mehr zum SUV-Hersteller. Denn schon jetzt baut Porsche mehr Geländewagen und Limousinen als Sportwagen.

Als der Cayenne 2002 erstmals vorgestellt wurde, kam das noch einem Tabubruch gleich. Mittlerweile haben sich auch die gusseisernen Porsche-Fans daran gewöhnt, dass ein Porsche kein Sportwagen mehr sein muss. Und auf Märkten wie in China ist die VW-Tochter ohnehin eine Nobelmarke wie jede andere auch.

Das neue, kleinere SUV-Modell Macan, das ab Frühjahr verkauft wird, kommt daher nicht überraschend. Der höher gelegte Fünftürer wird das Image von Porsche noch weiter dehnen. "Der Macan bedeutet eine weitere Spreizung der Marke, die über Jahrzehnte als reiner Sportwagenhersteller wahrgenommen wurde", sagt Professor Franz-Rudolf Esch, Markenexperte an der EBS-Universität für Wirtschaft und Recht in Wiesbaden.

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Weltpremiere Porsche Macan: Schon wieder ein SUV

Foto: Porsche

Die Zahlen jedoch, sagt Esch, gäben den Schwaben recht. "Um weiter zu wachsen, muss Porsche neue, boomende Fahrzeugsegmente bedienen." Die Einführung des Macan sei daher folgerichtig. Das Segment der mittelgroßen SUVs hat allein im vergangenen Jahr um 17 Prozent zugelegt.

Wirtschaftlich ist der Macan also kein sonderliches Wagnis. Auch wenn Porsche für dessen Produktion 500 Millionen Euro in die Fabrik in Leipzig investiert hat, damit dort jährlich bis zu 50.000 Macan gebaut werden können. "Mit dem Macan könnte Porsche die Schallmauer von mehr als 200.000 produzierten Autos im Jahr durchbrechen", sagt der Automobilexperte Stefan Bratzel von der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach. Unkritisch sei das Unterfangen jedoch nicht. Bratzel: "Grundsätzlich besteht durch eine Erweiterung des Produktportfolios an den Preisrändern immer das Risiko einer Überdehnung der Marke. Und das belastet das Image der Kernprodukte."

In erster Linie ist das Auto ein gedopter Audi Q5

Diese Lektion haben die Schwaben offenbar verinnerlicht, denn zur Premiere wird der neue Wagen fast schon penetrant als "Porsche pur" etikettiert. Das jedoch stimmt weniger denn je. Denn technisch steht der Macan vor allem für die Verzahnung mit Audi, ebenfalls eine Marke des VW-Konzerns: Der Porsche-SUV ist in erster Linie ein gedopter Audi Q5.

Allerdings haben die Porsche-Leute das ganz geschickt hinbekommen. Nicht nur das Design des 4,68 Meter langen Viertürers ist weit entfernt vom wuchtigen Block aus Bayern, auch unter der Haube haben die Zuffenhausener kräftig aufgerüstet. Die kleinste Benziner-Motorisierung des Porsche ist ein 3-Liter-V6 mit 340 PS - da ist beim Audi Q5 schon lange Schluss, die Leistungspalette der Ingolstädter endet mit dem Q5 S TDI mit 313 PS. Und dann setzt Porsche noch eine Turbo-Variante mit 400 PS obenauf.

Schneller sind die Porsche-Typen auch. Während Audi die Höchstgeschwindigkeit kategorisch auf 250 km/h begrenzt, kommt schon der schwächere Macan auf 254 km/h und der Turbo sogar auf 266 km/h. Einzig die Dieselvariante hat sich nicht emanzipiert: Wie bei Audi leistet der 3-Liter-V6-Selbstzünder 258 PS und erreicht 230 km/h. Dafür ist diese Variante mit einem Normverbrauch von 6,1 Litern der bislang sparsamste Porsche überhaupt. Serienmäßig an Bord beim Macan sind Allradantrieb und Doppelkupplungsgetriebe; gegen Aufpreis gibt es unter anderem erstmals eine Luftfederung in diesem Segment.

Auch der Macan trägt das Zündschloss links

Auch innen ist der Macan dem Porsche-Typ 911 näher als dem Genspender Audi Q5. Erfahrungen mit der geschickten Umetikettierung haben die Ingenieure aus Zuffenhausen schon beim größeren Geländewagen Cayenne sammeln können - technisch ist dieser weitgehend identisch mit dem Audi Q7 und dem VW Touareg.

Die wuchtige Mittelkonsole mit den schier endlosen Schalterleisten, die freistehende Stoppuhr des Chrono-Sport-Paketes, das Lenkrad im Stil des Hybrid-Sportwagens 918, der in die Mitte gerückte Drehzahlmesser - das ist vielleicht nicht Porsche pur, aber es ist zumindest typisch. Und ja, natürlich sitzt das Zündschloss auch im Macan links des Lenkrads.

"Porsche pur" - dieser Eindruck wiederum festigt sich beim Blick in die selbstbewusste Preisliste. Wenn die Motorenpalette komplett ist, wird der Macan vermutlich den Boxster als günstigsten Porsche (zur Zeit ab 48.291 Euro) ablösen. Bis dahin langen die Schwaben ordentlich hin. 57.930 Euro kosten der Macan S und der Macan Diesel S - das sind jeweils rund 7000 Euro mehr, als die (zumindest einigermaßen) vergleichbaren Audi-Q5-Varianten kosten. Der Macan Turbo S kostet 79.826 Euro, das sind sogar noch 3000 Euro mehr, als Porsche für den gleich starken Cayenne verlangt. Auch eine Art, das exklusive Image zu pflegen.