Renault Talisman Grandtour: Kombiversion des Flaggschiffs - DER SPIEGEL
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Autogramm Renault Talisman Grandtour: Große Nummer

Foto: Renault

Autogramm Renault Talisman Grandtour Entspann dich mal

Renault beweist Größe - und bringt den Talisman jetzt als Kombi. Mit viel Komfort-Extras ist das Auto ein angenehmer Gegenentwurf zu den wahlweise biederen oder aufgebretzelten Mittelklassekombis aus Deutschland.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der erste Eindruck: Stolz und stattlich.

Das sagt der Hersteller: Komfort und Wohlgefühl - damit verbindet Renault-Designchef Laurens van den Acker das Kombimodell Grandtour. Nüchterne Dienstwagen und aufgemotzte Kombis gebe es in der gehobenen Mittelklasse schon genug, sagt der Niederländer. Van den Acker setzt deshalb auf ein einzigartiges Reiseerlebnis im Sinne des französischen Savoir-vivre.

Das ist uns aufgefallen: Einsteigen und Wohlfühlen - was Mercedes zur Kerneigenschaft von Modellen wie der E-Klasse erklärt hat, macht sich auch der Neue aus Frankreich zu eigen. Und setzt es konsequenter um. Der Talisman Grandtour bietet nicht nur viel Platz auf wunderbar weichen, klimatisierten Sesseln mit Kuschelkopfstützen, hat ein stark reduziertes, entsprechend entspannt handhabbares Bediensystem und verwöhnt die Insassen mit einer vornehmen, von dickem Dämmglas beruhigten Lounge-Atmosphäre. Auch die elektronische Charakterregelung des Autos geht weiter als bei der Konkurrenz.

Statt lediglich Fahrwerk, Motor- und Getriebecharakteristik sowie die Lenkung zu variieren, startet der Talisman Grandtour im "Comfort"-Modus das komplette Verwöhnprogramm. Dann wird die Ambientebeleuchtung von Rot in ein beruhigendes Blau umgestellt und automatisch werden die Massagekissen in den Sitzlehnen aktiviert. So verliert auch der längste Stau seinen Schrecken.

Trotz aller Lässigkeit ist der Talisman Grandtour ein praktisches Auto. Man sitzt hinten, unter dem etwas höheren Dach, sehr bequem. Außerdem kann man ordentlich was einladen. Wenn die elektrische Heckklappe per Fernbedienung nach oben schwingt, schaut man in einen Kofferraum mit 572 Liter Volumen und freut sich über eine kaum kniehohe Ladekante. Und wenn man mit den Schnapphaken in der Seitenwand die geteilte Rücklehne nach vorne fallen lässt, werden bis zu 1681 Liter Stauraum daraus. Dazu gibt es auch noch ein paar praktische Details wie gekühlte Einschübe für Getränkeflaschen, die Renault anders als die meisten Konkurrenten nicht anstelle des Staufachs, sondern zusätzlich im Mitteltunnel installiert hat.

Der Renault Talisman im Video

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Bei Auftritt und Ambiente zeigt Renault mit dem Talisman Grandtour wahre Größe. Beim Antrieb gibt sich Renault betont genügsam - es werden ausschließlich Motoren bis 1,6 Liter Hubraum angeboten. Auch wenn die Fahrleistungen beim 160 PS starken Spitzendiesel objektiv vollkommen in Ordnung sind, wirkt der große Kombi subjektiv immer ein bisschen zugeschnürt und angestrengt, wenn man ihm die Sporen geben will. Andererseits: auch eine Art, unnötige Bleifußarien zu unterbinden.

Das muss man wissen: Während die Talisman Limousine bereits seit dem Frühjahr im Handel ist, reicht Renault den Kombi Mitte Juni nach. Die Preise für den Wagen mit der in seiner Klasse einzigartigen Allradlenkung beginnen bei 28.950 Euro und liegen damit exakt 1000 Euro über dem zwei Zentimeter kürzeren Stufenheckmodell. Wer allerdings die Top-Version Initiale mit allem Drum und Dran wie Head-Up-Display und Allradlenkung bestellt, der ist schnell mit 40.000 Euro und mehr dabei.

Bei Ausstattung und Antrieb gibt es zwischen den beiden Karosserievarianten keine Unterschiede. Neben dem 160 PS starken Dieselmotor aus dem Testwagen bietet Renault zwei weitere Diesel mit 110 und 130 PS sowie zwei 1,6-Liter-Benziner mit 150 oder 200 PS an.

Das werden wir nicht vergessen: Das extrem reduzierte Bediensystem mit minimaler Knöpfchendichte hat auch seine Schattenseiten: So beruhigend der Blick in das aufgeräumte Cockpit auch sein mag, so schnell schießt der Puls in die Höhe, wenn man beispielsweise verzweifelt nach einem Knopf sucht, um beispielsweise einen nervigen Musikbeitrag leiser zu stellen, oder wenn man sich erst tief durch die Menüs des Touchscreens tippen muss, bis der Eiswind aus der Klimaanlage abflaut.