Audi Q2: SUV in the City - DER SPIEGEL
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Autogramm Audi Q2: Nimm Zwei

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Autogramm Audi Q2 In dem Kleinen steckt was Großes

Noch ein Mini-SUV - muss das sein? Natürlich nicht. Aber wenn man die grundsätzliche Antipathie für diese Fahrzeuggattung für einen Moment vergisst, ist der Audi Q2 ein echter Gewinn.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der erste Eindruck: Endlich mal ein neues Gesicht in der Audi-Familie.

Das sagt der Hersteller: Als jugendliches, unkonventionelles Auto für junge Kunden, die sich in keine Schublade pressen lassen wollen - so sieht Audi-Projektleiter Jens Kosyna den neuen Q2. Der Kompakt-SUV dürfte Audi-Kunden interessieren, die bislang A3 Sportback, A1 oder Q3 gefahren sind. Vor allem aber soll der Q2 Kunden von der Konkurrenz erobern, die in diesem Segment noch nicht viel zu bieten hat. BMW X1 und Mercedes GLA sind größer und teurer als der neue Winzling aus Ingolstadt.

Das ist uns aufgefallen: So frisch und neu der Q2 von außen wirkt, so vertraut empfängt der Innenraum. Doch etwas ist anders, und es zielt vor allem auf das Konkurrenzmodell Mini Countryman: die fast schon verspielte Materialauswahl. Nicht nur, dass die C-Säule in unterschiedlichen Kontrastfarben angeboten wird und kunterbunte Sitzbezüge zur Wahl stehen; darüber hinaus bieten die Bayern auch noch eine Reihe verschiedener Zierkonsolen an, die unterschiedlich genarbt und lackiert sind und erstmals sogar von innen beleuchtet werden können.

Das Ambiente, so die Vorgabe, soll Maßstäbe setzen - und ebenso die Ausstattung. Zwar fährt das Basismodell gewohnt nüchtern vor, um einen niedrigen Einstiegspreis ausweisen zu können. Und ausgerechnet Audi, sonst immer vornedran bei Scheinwerferinnovationen, baut im Q2 noch Halogen-Funzeln ein. Doch mit vielen Extras aus dem großen Bruder Q7 lässt sich der SUV-Zwerg für teils fünfstellige Aufpreise zum Nobelhobel aufrüsten - mit voll animiertem Cockpit, LED-Scheinwerfern, Online-Navigation mit Hotspot und einer Armada von Assistenzsystemen.

Audis Mini-SUV im Video

Tom Grünweg

Viel wichtiger als das Premium-Brimborium ist allerdings etwas anderes, für das man keinen Cent extra bezahlen muss: Der knapp 4,20 Meter lange Wagen ist innen ein ganz schön großes Auto. Vor allem im Fond sitzt man spürbar besser als etwa im Mercedes GLA und der Kofferraum ist beim Audi mit 405 Litern Fassungsvermögen kaum kleiner. Außerdem machen sich die größere Bodenfreiheit und die üppiger aufgepolsterten Sitze angenehm bemerkbar. Man sitzt acht Zentimeter höher als in einem A3, steigt bequemer ein und hat einen besseren Ausblick. Das kommt auch dem Fahrgefühl zugute.

Das muss man wissen: Der Q2 kommt im November in den Handel und wird bei knapp 23.000 Euro starten. Damit ist er etwa 6000 Euro billiger als ein vergleichbarer Q3 und rund 2000 Euro billiger als ein A3 Sportback. Unter der Haube gibt es zunächst jeweils drei Benzin- oder Dieselmotoren mit 116, 150 oder 190 PS und - "das war für uns nie eine Diskussion", sagt Projektleiter Kosyna - natürlich ist auch der Quattro-Allradantrieb verfügbar. Bei den stärksten Motorvarianten ist er Standard, für den 150-PS-Benziner kostet er Aufpreis.

Zwar wirkt die Motorauswahl angesichts des Wettrüstens in der Premiumklasse beinahe vernünftig, doch natürlich schürt Audi die Spekulationen über Sportmodelle bis hin zum RSQ2 mit vielleicht sogar 400 PS. Nötig sind derartige Leistungsexzesse nicht, der Q2 bereitet auch so Lust am Sparen. Schließlich wiegt der Wagen kaum mehr als 1,2 Tonnen und kommt dank des handlichen Formats besser um die Kurven als seine großen und schweren Brüder - erst recht, weil Audi serienmäßig die sogenannte Progressivlenkung einbaut, die bei größerem Lenkeinschlag direkter wirkt und den Fahrspaß deshalb noch steigert.

So wuselt man mit dem 150-PS-Benziner flink durch den Stadtverkehr, surft schnittig über die Landstraße und wundert sich, wie groß und erwachsen sich der kleine Geländewagen auf der Autobahn anfühlt und wie oft die Zylinderabschaltung beim Dahingleiten zugunsten des Verbrauchs zwei Töpfe kalt stellt. Als Normwert soll die Maschine auf rund fünf Liter je 100 Kilometer kommen.

Das werden wir nicht vergessen: An der bunten C-Säule scheiden sich nicht nur die Geister, sondern vor allem die Blicke. So schick der Farbklecks von außen aussehen mag, so schlecht kann man wegen des breiten Bauteils von innen heraus schauen. Selbst wenn der Q2 bei Audi für den Aufbruch steht und der Blick bei diesem Auto nach vorn geht, hätte gerade bei einem kompakten Alltagsauto ein bisschen mehr Rücksicht nicht geschadet.

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