Kia Optima Sportswagon im Test: Reine Knopfsache - DER SPIEGEL
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Autogramm Kia Optima Sportswagon: Der Raumgleiter

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Autogramm Kia Optima Sportswagon Reine Knopfsache

Deutschland ist Kombiland, deswegen spendiert Kia seinem Flaggschiff Optima jetzt ein großes Gepäckabteil. Der Wagen muss sich vor deutschen Konkurrenten nicht verstecken.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der erste Eindruck: Hat Audi einen neuen Kühlergrill?

Das sagt der Hersteller: Es läuft! Steffen Cost, der Chef von Kia in Deutschland, ist zufrieden - bislang liegt Kia im Jahr 2016 auf Rekordkurs. Die Neuzulassungen in den ersten sieben Monaten legten um zehn Prozent zu. Das liege nicht allein an SUV-Modellen wie dem Sportage, sagt der Manager, sondern auch am Flaggschiff Optima.

Seit die Baureihe zum Jahreswechsel erneuert wurde, hat sich deren Verkauf vervierfacht. Und das, obwohl es den Optima bislang nur als Limousine gibt. Jetzt folgt der Kombi, und weil sich Mittelklassekunden in neun von zehn Fällen für diese Karosserieform entscheiden, setzt Kia-Chef Cost große Hoffnungen in die neue Variante.

Das ist uns aufgefallen: Knapp ein Dutzend Tasten sind um den Knauf des DSG-Getriebes versammelt, die Lenkradspeichen sind ebenso mit Schaltern vollgepackt und links und rechts der Instrumente gibt es auch noch jede Menge Bedienknöpfe. Das ließe sich mithilfe von Touchscreens oder Sensorfeldern sicher übersichtlicher gestalten. Doch für eine Aufsteiger-Marke wie Kia ist es offenbar wichtig, über die Zahl der Knöpfe das Maß an Komfort und Assistenzsystemen zu demonstrieren. Während bei den etablierten Marken längst die Devise "weniger ist mehr" gilt und die Tastaturen abgerüstet werden, zeigt Kia noch stolz, was alles an Bord ist - erst recht im Flaggschiff.

Der Kia Optima Sportswagon im Video

SPIEGEL ONLINE/Tom Grünweg

Bei einem Optima in einer gehobenen Ausstattungsvariante ist das eine Menge. Klimatisierte Sitze vorn und beheizte hinten, eine variabel einstellbare Lenkung, eine Einparkautomatik sowie eine Abstandsregelung, ein Spurführungsassistent, eine Verkehrszeichenerkennung oder LED-Scheinwerfer: Abgesehen von digitalen Instrumenten wie im VW Passat oder einem Head-Up-Display wie etwa im BMW 3er gibt es nicht viel, was dem Optima fehlt.

Zumal beim Kombi namens Sportswagon noch einmal nachgelegt wurde. Der elegante Wagen bietet bei gleicher Länge deutlich mehr Laderaum und etwas mehr Kopffreiheit für die Hinterbänkler. Außerdem ist die Rückbank jetzt dreigeteilt, unter dem Ladeboden gibt es ein geschickt aufgeteiltes Kellergeschoss, in der Bodenplatte sind Gleitschienen für ein variables Befestigungssystem eingelassen und die Heckklappe öffnet sich nach einem angedeuteten Fußtritt automatisch. Viel mehr haben Audi und Co. in ihren Kombivarianten auch nicht zu bieten.

Was allerdings nicht so recht zu den Aufstiegsambitionen von Kia passt, ist der Antrieb. Zwar gibt es Limousine und Kombi nun auch als 245 PS starke GT-Versionen, die mit sportlichem Design und einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 240 km/h die neue Spitze in der europäischen Kia-Familie markieren. Doch in diesem noch immer vom Diesel dominierten Segment muss sich der Optima mit einem einzigen Selbstzünder begnügen. Und der ist mit 1,7 Liter Hubraum und 141 PS Leistung für Audi- oder BMW-Kunden mit Bedürfnis nach sportivem Image nicht unbedingt eine Versuchung. Selbst die direkten Konkurrenten VW, Opel und Ford haben stärkere Aggregate im Angebot.

Wer dagegen nicht auf Dynamiker macht und sich stattdessen lässig zurücklehnt, der erlebt den Diesel in Kombination mit dem Doppelkupplungsgetriebe als ruhigen und entspannten Langstreckenläufer und kommt dann auch in die Nähe des Normverbrauchs von 4,6 Liter je 100 Kilometer.

Das muss man wissen: Der Sportswagon kommt ab 24. September in den Handel und startet bei 25.990 Euro. Damit kostet er 900 Euro mehr als die vergleichbare Limousine. Neben dem Diesel und dem 245 PS starken Turbo-Benziner gibt es als Einstiegsmodell noch einen 2,0-Liter-Benziner mit 163 PS. Die buchstäblich spannendste Motorvariante ist der Plug-in-Hybrid, der zu Preisen ab 40.490 Euro zunächst allerdings nur in der Limousine angeboten wird. Er kombiniert einen 2,0-Liter-Benziner mit 156 PS, eine E-Maschine mit 50 kW Leistung und einen Lithium-Ionen-Akku mit 9,8 kWh Speicherkapazität. Die Systemleistung liegt bei 205 PS und der rechnerische Verbrauch dank 54 Kilometer elektrischer Reichweite bei 1,6 Liter.

Im nächsten Sommer soll der Plug-in-Hybridantrieb auch für den Kombi verfügbar sein. Dann kann man in den Sportswagon nicht nur ein-, sondern man kann ihn erstmals auch aufladen.

Das werden wir nicht vergessen: Aufwendig gestickte Nähte, ein Startknopf aus Metall statt aus Kunststoff, ein piekfeines Cockpit und die Verkleidung des Mitteltunnels aus Aluminium - es ist eindrucksvoll, wie weit sich der Kia Optima den Mittelklassemodellen aus dem deutschen Süden angenähert hat. Allerdings gilt das nicht nur fürs Ambiente, sondern bei voller Ausstattung auch für den Preis: Mehr als 45.000 Euro für einen Kia - daran müssen sich die Kunden noch gewöhnen.

Hersteller:Kia
Typ:Optima Sportswagon 1.7 CRDI
Karosserie:Kombi
Motor:Vierzylinder-Turbodiesel
Getriebe:Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe
Antrieb:Front
Hubraum:1.685 ccm
Leistung PS:141 PS
Leistung kW:104 kW
Drehmoment:340 Nm
Von 0 auf 100:11,1 Sek.
Höchstgeschw.:200 km/h
Verbrauch (ECE):4,6 Liter
CO2-Ausstoß:120 g/km
Kofferraum:552 Liter
umgebaut:1.686 Liter
Gewicht:1.645 kg
Maße:4855 / 1860 / 1470
Preis:30.290 €

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