Kia Optima im Test: Der fängt ja gut an - DER SPIEGEL
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Autogramm Kia Optima: Eine Frage der Perspektive

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Autogramm Kia Optima Der fängt ja gut an

Eigentlich ganz schnittig, dieser neu Kia Optima. Im Gegensatz zu anderen Mittelklasselimousinen sieht der Wagen richtig glamourös aus - zumindest ganz vorn. Leider legt sich das Kribbeln wieder, sobald man eingestiegen ist.
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Der erste Eindruck: Da vorne glitzert was! Der Kia Optima hat im wahrsten Sinne des Wortes einen funkelnagelneuen Grill. Überhaupt bietet der Wagen für eine Mittelklasselimousine einigen Glamour: Mit der schnittigen Silhouette und dem sanft nach hinten abfallenden Dach wirkt er fast wie ein Coupé.

Das sagt der Hersteller: Der Optima habe das Ansehen der Marke gesteigert, glaubt Steffen Cost, der Deutschland-Chef von Kia. Und zwar mit einer "Kombination von neuesten Technologien, Top-Design und Kultiviertheit". Im traditionell eher konservativen Mittelklassesegment soll die neue Baureihe nun dafür sorgen, dass sich dieses Auto weiter vom Gros der Konkurrenz abhebt.

Die Autokäufer scheint die Imagepflege von Kia allerdings wenig zu kümmern. Gemessen an den Stückzahlen von Platzhirschen wie VW Passat oder Ford Mondeo hat der Optima noch einiges aufzuholen: Von Januar bis November 2015 wurden lediglich 360 Exemplare neu zugelassen. Die Vergleichszahl für den VW Passat lautet 90.311.

Das ist uns aufgefallen: Der Rückwärtsgang. Kaum hat man ihn eingelegt, flammen auf dem großen Touchscreen in der Mittelkonsole mehrere Kamerabilder auf. Sie zeigen den Wagen aus verschiedenen Perspektiven - man sieht die unmittelbare Umgebung sowohl in Cinemascope mit extremem Weitwinkel als auch dicht herangezoomt, außerdem blickt man aus der Vogelperspektive aufs Auto. Wer da beim Rangieren noch irgendwo aneckt, der ist wirklich selbst schuld.

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Nirgendwo anzuecken war offenbar auch die Devise beim Innendesign. Der Optima wirkt aufgeräumt und sachlich, er begnügt sich mit einer überschaubaren Zahl von Bedienknöpfen. An den Materialien und der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen. Was jedoch auf der Strecke bleibt, ist die individuelle Note des Interieurs. Mit Ausnahme des Kia-typischen Geträllers beim Anlassen oder Aussteigen ist der Optima mit fast jedem anderen Mittelklassewagen austauschbar.

Absolut unauffällig bleibt auch der Antrieb. Mit dem 1,7-Liter-Dieselmotor mit 141 PS schwimmt der Optima unauffällig im Verkehr mit und erweist sich dank der neuen Komfortsitze und etwas besserer Platzverhältnisse als gemütlicher Gleiter. Erst recht, wenn die Limousine wie unser Testwagen mit den neuen adaptiven Dämpfern und der rasend schnellen Doppelkupplung ausgestattet ist, die sanft und unmerklich die sieben Gänge wechselt.

Das muss man wissen: Die weltweit vierte und in Europa zweite Optima-Generation kommt im Januar in den Handel und kostet mindestens 24.990 Euro. Neben dem beschriebenen Diesel gibt es einen Zwei-Liter-Benziner, der 173 PS leistet. In diesem Jahr soll noch eine etwas stärkere GT-Variante folgen, zudem erstmals ein Plug-in-Hybrid mit einer elektrischen Reichweite von 40 Kilometern. Selbst wenn die beiden zusätzlichen Motorvarianten da sind - die Palette ist vergleichsweise übersichtlich.

Bei den Sonderausstattungen hat man unter anderem die Wahl, klimatisierte Sitze, ein beheizbares Lenkrad, ein Tempomat mit Abstandsregelung sowie eine Verkehrszeichenerkennung zu bestellen - und als neue Extras ein automatischer Notbremsassistent und eine induktive Ladeschale fürs Handy.

Das werden wir nicht vergessen: Wie großzügig Kia sein kann. Ein Navigationssystem gehört beispielsweise zur Serienausstattung. Und dass der Hersteller auf seine Autos sieben Jahre Garantie gibt, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben.