Autogramm Opel Mokka X: Echt suvte
Autogramm Opel Mokka X Der Rettungswagen
Der erste Eindruck: Endlich ein ausgeschlafenes Auto. Sah das bisherige Modell immer ein bisschen zerknautscht und aufgequollen aus, wirkt das neue frisch und zackig.
Das sagt der Hersteller: Opel-Chef Karl-Thomas Neumann hat große Freude an dem kleinen Geländewagen: Mit 600.000 verkauften Exemplaren seit der Premiere Ende 2012 war der Mokka so etwas wie der Rettungswagen für Opel. In Deutschland wurden im vergangenen Jahr 31.000 Mokka-Modelle neu zugelassen, was Jürgen Keller, der Chef von Opel in Deutschland, so erklärt: "Der Mokka sitzt an einem Sweet Spot des Marktes."
Das soll ungefähr heißen, dass der Wagen kleiner und billiger ist als ein VW Tiguan, und zugleich praktischer und attraktiver als der Ford Eco-Sport, und damit - mal ohne denglische PR-Rhetorik ausgedrückt - unter den deutschen Fabrikaten konkurrenzlos. Das lockt die Kunden: 60 Prozent der Mokka-Käufer fuhren davor ein Auto einer anderen Marke. Und auch für das neue Modell Mokka X meldet Opel bereits 40.000 Vorbestellungen.
Das ist uns aufgefallen: Das erste Aha-Erlebnis hat man im Mokka, sobald man die Zündung aktiviert und das Cockpit aufwacht. Wo früher rote Pixel grob funzelten, gibt es jetzt ein hochauflösendes, buntes Display zwischen den Instrumenten. Das ist, als hätte man von einer Casio-Quarzuhr aus den Achtzigerjahren auf eine Apple Watch umgestellt.
Dabei wird es erst rechts daneben so richtig smart: Endlich hat Opel den alten Bildschirm ausgemustert, einen großem Touchscreen eingebaut und eine neue Infotainment- und Navigationssoftware aufgespielt. Die kann nicht nur alle gängigen Smartphones spiegeln und eine Reihe pfiffiger Apps wie dem Weather-Channel integrieren, sondern lässt sich jetzt auch ohne jene Knöpfe bedienen, die bislang die Mittelkonsole verunstalteten.
Doch selbst die vereinfachte Bedienung wird man in Zukunft kaum nutzen, denn auch der Mokka ist ab sofort mit dem Telematikdienst On-Star ausgestattet. Der bietet neben einem WiFi-Hotspot und einem automatischen Notruf auch den Zugang zu einem Callcenter, das zum Beispiel Navigationsziele sucht und direkt ins System schickt. Opel-Kunden kennen das schon aus anderen Modellen, aber in diesem Segment ist der Service neu. Und wer diese Form des betreuten Fahrens einmal probiert hat, will sie nicht mehr missen. Zumal der Service die ersten zwölf Monate kostenlos ist (danach 99 Euro pro Jahr).
Das zweite Aha-Erlebnis stellt sich eher schleichend ein. Je länger man mit dem Mokka X unterwegs ist, desto öfter fragt man sich, weshalb man eigentlich einen größeren SUV kaufen sollte. Der Platz reicht bequem für vier Personen mit leichtem Gepäck, die Fahrleistungen und der Komfort sind auch für lange Strecken mehr als ausreichend und in der Stadt ist das 4,30-Meter-Modell einfach eine Nummer handlicher als die größeren Konkurrenten. Spätestens mit neuen Extras wie den LED-Scheinwerfern, dem Touchscreen und mit On-Star gibt es auch auf der Ausstattungsliste keine Lücken mehr.
Das muss man wissen: Aus Mokka wird jetzt Mokka X - sonst ändert sich nix. Jedenfalls nichts Gravierendes, denn ein paar Designretuschen und eben das modernisierte Cockpit gibt es ja schon. Nur beim Preis bleibt alles, wie es war. Wenn am 24. September die Auslieferung des Mokka X beginnt, liegt der Basispreis unverändert bei 18.990 Euro.
| Hersteller: | Opel |
|---|---|
| Typ: | Mokka X 1.6 CDTI |
| Karosserie: | SUV |
| Motor: | Vierzylinder-Turbodiesel |
| Getriebe: | Sechsgang-Schaltgetriebe |
| Antrieb: | Allrad |
| Hubraum: | 1.598 ccm |
| Leistung PS: | 136 PS |
| Leistung kW: | 100 kW |
| Drehmoment: | 320 Nm |
| Von 0 auf 100: | 10,9 Sek. |
| Höchstgeschw.: | 188 km/h |
| Verbrauch (ECE): | 4,9 Liter |
| CO2-Ausstoß: | 128 g/km |
| Kofferraum: | 356 Liter |
| umgebaut: | 1.373 Liter |
| Gewicht: | 1.449 kg |
| Maße: | 4275 / 1781 / 1658 |
| Preis: | 27.390 € |
Dafür gibt es das SUV mit einem 115 PS starken 1,6-Liter-Benziner und Frontantrieb. Daneben bietet Opel zwei weitere Benziner mit 1,4 Liter Hubraum und 140 oder 152 PS an, Allradantrieb gibt es gegen Aufpreis. Außerdem verfügbar sind zwei 1,6-Liter-Diesel mit 110 oder 136 PS, von denen vor allem der stärkere gut zum Mokka X passt. Für 2000 Euro extra ebenfalls mit Allradantrieb erhältlich, ist er angenehm leise und kultiviert, was den SUV zu einem rundum gelassenen Auto macht.
Was bei der Aufzählung der Motorisierungen gern vergessen wird: Der Mokka ist eines der wenigen SUVs, das ab Werk auch mit Autogasumrüstung angeboten wird. Dann fällt der CO2-Ausstoß auf dieselähnliche 124 g/km und man zahlt beim Tanken nur noch etwa die Hälfte.
Das werden wir nicht vergessen: Die Feststellbremse. Die ist nicht nur antiquiert, sondern auch ungünstig abgewinkelt und trägt den Entriegelungstaster nicht vorne, sondern oben auf dem Hebel, sodass man sich bei der Bedienung fast die Hand verrenkt. Die eine Taste mehr für eine elektrische Parkbremse hätte dem Mokka X wirklich nicht geschadet.