Chrysler-Studien Auf der Trendspur
Stattdessen nimmt Chrysler mit den vorgestellten Studien Kurs auf recht schmale Segmente des Pkw-Markts. Der Dodge Razor ist ein zweisitziges Coupé, der Dodge M80 ein zweisitziger Pick-up und der Geländewagen Jeep Compass eine weitere Variation des klassischen Jeep Willys. Gemeinsam ist den drei Fahrzeugen ein ziemlich schlichtes, schmuckloses und minimalistisches Design, das die markanten Karosserieproportionen nur noch stärker betont.
Wer den Dodge Razor betrachtet, ahnt, dass die Chrysler-Kreativen vor allem europäische Sportwagen der sechziger Jahre vor Augen hatten, als sie den Wagen entwarfen. Gedacht ist das Auto für "junge, engagierte Fahrer", und obwohl es offiziell heißt, dass über eine Produktion noch längst nicht entschieden sei, wird zugleich bekannt gegeben, dass für ein Sportcoupé dieser Art ein Preis von 14.500 Dollar angestrebt werde.
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Dafür bekäme man, sofern das Konzept der Studie für ein Serienfahrzeug beibehalten würde, ein recht nackertes Auto: Radio, elektrische Fensterheber oder elektrische Sitzverstellung gibt es nicht. Der Razor soll eine Fahrmaschine sein, basta. Als Antrieb trägt die Studie einen 2,4-Liter-Vierzylindermotor mit Turbolader, 250 PS (187 kW) und 312 Nm Drehmoment unter der Haube, der mit einem Sechsganggetriebe von Mercedes gekoppelt ist.
Den Autobesitzer-Nachwuchs ansprechen soll auch die zweite Dodge-Studie, der Pickup M80. Der Zweisitzer ist 4,23 Meter lang, bietet eine 1,5 Meter lange Ladefläche und ein hinteres Klappfenster an der Passagierkabine. Der direkte Zugriff aus dem Auto auf das Gepäck ist also möglich. Drinnen gibt es wasserabweisende Sitze im Neopren-Look, Behälter für nasse oder schmutzige Sachen sowie eine herausnehmbare Kühlbox.
Weil die Technik des Autos praktisch aus den Regalen des Daimler-Chrysler- Konzerns kommt - starre Hinterachse, Allradantrieb, 3,7-Liter-V6-Motor (210 PS/157 kW), Fünfgang-Schaltgetriebe - könne der M80 recht günstig angeboten werden, hört man von Chrysler.
Die Überzeugung, dass bei Chrysler der Jugendwahn ausgebrochen ist, verfestigt sich beim Blick auf das dritte Konzeptauto. Denn der Jeep Compass zielt ebenfalls auf die so genannten "Millennials", die Gruppe der derzeit 18- bis 24-Jährigen. Klar erkennbar ist auch der Trend, dass kultige Geländewagen sich immer stärker zu Kompaktautos mit Offroad-Optik entwickeln. Denn mit dem Jeep Compass wird kaum noch jemand über unbefestigtes Terrain rollen - was aufgrund der geltenden Gesetzte ja ohnehin nur eingeschränkt möglich ist.
In Wahrheit interessiert die Geländegängigkeit eines solchen Mode-Automobils auch so gut wie keinen Käufer. Es geht um ein Image, nämlich das von Sportlichkeit, Freiheit und Abenteuer. Das lässt sich für das Massenprodukt Auto nun mal am ehesten mit Modellen kreieren, die ein wenig nach Paris-Dakar-Rallyeteilnehmern aussehen.
Technisch bietet das Konzeptauto Jeep Compass keine Überraschungen, es ist mit einem 3,7-Liter-V6-Motor (210 PS/157 kW) ausgerüstet. Die Karosserieoptik, entstanden im Pacifica Advanced Design Center im kalifornischen Carlsbad, weckt jedoch Neugier und verrät eine sichere Hand bei der Weiterentwicklung klassischer Linien. Auch für den Innenraum wurde eine moderne, coole Designsprache gewählt.
Weil seit neuestem das Militärische wieder stärker ins Bewusstsein rückt, fabuliert Chrysler, das Interieur sei "ähnlich dem eines Kampfjets". Das klingt nicht nur abschreckend, es ist auch noch unzutreffend, wie jeder Pilot bestätigen wird.