Autogramm Hyundai i20 Active: Da steckt weniger drin
Autogramm Hyundai i20 Active Endlich zu dritt
Der erste Eindruck: Wo kann man sich hier bei den Pfadfindern ? Mit seinen rustikalen Kunststoffplanken sieht der neue Hyundai i20 Active aus, als wolle er sich querfeldein zum nächsten Zeltlager durchschlagen.
Das sagt der Hersteller: Markus Schrick, der Chef von Hyundai in Deutschland, will mit dem i20 Active zwei Trends nutzen: Den der wachsenden Nachfrage nach Mini-SUVs, und jenen der gestiegenen Zahlbereitschaft der Hyundai-Kundschaft. Letztere lässt sich beispielsweise daran ablesen, dass laut Hersteller mittlerweile 37 Prozent der Käufer die teuerste Variante des Kleinwagens i20 ordern. Die Zahl hat sich seit dem Modellwechsel vor zwei Jahren damit verdoppelt.
Das ist uns aufgefallen: So sehr die neue i20-Variante auch nach Abenteuer aussieht - das Auto bleibt ein ganz konventioneller Kleinwagen. Die um zwei Zentimeter angehobene Bodenfreiheit macht den Stadtflitzer jedenfalls noch nicht zum Geländewagen. Gleiches gilt für Plastikplanken, Stoßfänger und Dachreling. Aber es sind hübsche Deko-Elemente, die Käufer zusätzlich zur überraschend üppigen Beinfreiheit sowie dem für diese Klasse relativ großen Kofferraum erhalten.
Die Platzverhältnisse im Innen- und Laderaum entsprechen zwar denen der normalen i20-Modelle, dennoch fühlt sich die Fahrt im i20 mit dem Namenszusatz Active anders an. Während man mit einem Kleinwagen von Hyundai bislang meist unterhalb der Wahrnehmungsschwelle herumgekurvt ist, schauen dem Möchtegern-SUV plötzlich doch ein paar Passanten hinterher. Oder lag das an der poppig-orangefarbenen Lackierung?
Das Einparken fällt mit dem Mini-SUV ebenfalls etwas leichter als mit der normalen i20-Variante. Zum einen, weil man zwei Zentimeter höher sitzt und so tatsächlich ein bisschen mehr Überblick hat. Zum anderen, weil es einen nicht mehr so sehr schmerzt, wenn man über den Bordstein rumpelt oder die Begrenzungshecke streift. Hier ist der i20 Active tatsächlich ein wenig härter im Nehmen.
Das muss man wissen: Die Auslieferung des i20 Active beginnt in diesen Tagen und die Preise starten bei 17.100 Euro. Das bedeutet einen Aufpreis von exakt 1450 Euro gegenüber der normalen Variante. Dafür gibt es neben der erhöhten Bodenfreiheit innen wie außen ausschließlich Kosmetik, die allerdings bis ins Detail geht. So wurde zum Beispiel sogar der Tankdeckel ausgetauscht: Jetzt sieht das Teil aus wie der besonders griffige Verschluss eines Reservekanisters.
Viel wichtiger als diese Maskerade ist allerdings ein neuer Motor von Hyundai, der in dem Mini-SUV sein Debüt feiert: Ein Dreizylinder-Turbomotor mit einem Liter Hubraum. Mit Blick auf die europäischen CO2-Vorgaben wurde das Aggregat am Hyundai-Forschungsstandort Rüsselsheim entwickelt.
Der Dreizylinder ersetzt den betagten 1,4-Liter-Vierzylinder und bietet Fortschritt in jeder Disziplin: Das Triebwerk ist sparsamer als bisher (im besten Fall minus 22 Prozent), entwickelt mehr Leistung (plus 20 PS) sowie mehr Drehmoment (plus 38 Nm) und bewegt den i20 entsprechend spritziger. Wäre da nicht das Knattern, das nahezu allen Dreizylindern eigen ist, man würde sich angesichts des Fahrverhaltens in einem Auto aus der Kompaktklasse wähnen, so beherzt schreitet der kleine Motor beim Ampelspurt oder auf der Autobahn aus.
Wer den i20 Active mit der von uns gefahrenen 120-PS-Version des neuen Dreizylinders in Erwägung zieht, muss allerdings mit mindestens 19.500 Euro kalkulieren. Wem das zu teuer ist, der bekommt den Dreizylinder auch in einer abgespeckten Variante mit 100 PS. Zu diesen beiden Ottoaggregaten bietet Hyundai als Alternative noch einen Vierzylinder-Diesel mit 1,4 Liter Hubraum und einer Leistung von 90 PS an.
Das neue Aggregat wird Hyundai auch im normalen i20-Fünftürer sowie im Coupé anbieten. Im nächsten Jahr soll dieser Motor dann wohl auch im Kompaktmodell Hyundai i30 verfügbar sein.
Das werden wir nicht vergessen: Von außen sieht der i20 Active zwar modern aus, drinnen jedoch flaut die Stimmung ab. Optionen wie das beheizte Lenkrad mögen in dieser Fahrzeugklasse ungewöhnlich sein - ein paar Kleckse in der Wagenfarbe auf den Konsolen und ein paar bunte Einnäher in den Sitzen machen aus dem kreuzbraven Kleinwagen aber trotzdem nicht das fröhliche Livestyle-Auto, das der i20 Active so gerne wäre.