Autogramm Lada Vesta: In neuem Glanz
Autogramm Lada Vesta Sie nennen ihn "Luxus"
Der erste Eindruck: Von vorne schick, von hinten okay, von der Seite allerdings sieht der Lada Vesta aus wie zweimal angerempelt. Immerhin fallen die beiden Dellen im Blech auf, und damit wäre eine wichtige Mission der kompakten Limousine schon mal erfüllt. Und lassen Sie sich von dem Foto unseres Testwagens (es handelt sich um die Topvariante namens "Luxus") nicht abschrecken - natürlich gibt es den Vesta auch ohne quietschgelbes Namens-Tatoo.
Das sagt der Hersteller: Beim deutschen Lada-Importeur in Buxtehude wurde der neue Vesta geradezu herbeigesehnt, denn lange wäre das wohl nicht mehr gut gegangen, sich allein auf den Allrad-Methusalem Niva - der aktuell als 4x4, Taiga oder Urban verkauft wird - zu verlassen.
Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland laut Kraftfahrt-Bundesamt 1686 Ladas neu zugelassen, darunter mehr als 1100 Exemplare des Rustikal-Offroaders. Die anderen Baureihen Granta und Kalina rangieren hierzulande unter ferner liefen. Jetzt soll der Vesta die Wende einleiten. "Wir rechnen in diesem Jahr mit etwa 4800 verkauften Autos in Deutschland", sagt Lada-Deutschland-Geschäftsführer Dieter Trzaska. "Wir wollen nach oben."
Die neue Formgebung soll helfen, dieses Ziel zu erreichen. X-Design nennt Steve Mattin, Chefdesigner des russischen Autoherstellers Avtovaz, den neuen Lada-Look. Er soll künftig alle Modelle der Marke prägen. Ein X erkennt man tatsächlich an der Frontpartie und an den Flanken. "Wir brauchten für Lada etwas Unverwechselbares", sagt der Brite Mattin, der früher für Mercedes und Volvo gestaltete. "Vor allem wollten wir uns deutlich von Renault und Nissan absetzen." Der französisch-japanische Konzern ist Mehrheitsgesellschafter bei Avtovaz.
Autogramm Lada Vesta: In neuem Glanz
Das ist uns aufgefallen: Dem Auto tut die selbstbewusste Gestaltung gut - mal davon abgesehen, ob das nun den persönlichen Geschmack trifft. Der Innenraum des Vesta strahlt eine angenehme Sachlichkeit aus, im Cockpit hat die Moderne Einzug gehalten. Es gibt einen erfreulich hoch in der Armaturentafel positionierten Sieben-Zoll-Touchscreen mit Farbdisplay samt Rückfahrkamera, ein Multifunktionslenkrad und AUX- und USB-Anschlüsse gibt es auch. Das Kartenmaterial fürs Navigationssystem jedoch ist vorerst auf Deutschland, Ungarn und Russland beschränkt.
Der Vesta fährt - viel mehr muss man eigentlich nicht sagen. Zumal es tatsächlich keine Auffälligkeiten gibt. Mit einer Ausnahme: Man sollte dringend auf das automatisierte Getriebe verzichten, wenn man gerne geschmeidig und ruckfrei unterwegs ist, denn genau das klappt mit der Schaltbox nicht. Außerdem passt eine Handschaltung ohnehin viel besser in diesen Wagen, der ein durch und durch unkompliziertes und praktisches Auto ist. Vor allem bietet der Vesta Platz, man sitzt auch im Fond sehr ordentlich. Der Kofferraum fasst 480 Liter; wenn das nicht reicht, können die Rücksitzlehnen separat umgeklappt werden.
Mehr Details zum neuen Lada Vesta sehen Sie im Video:
Was der Lada Vesta überraschenderweise nicht ist: ein wirklich schlichtes und damit billiges Auto. In allen Varianten gehören 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, elektrische Fensterheber vorn und hinten, Tempomat, Sitzheizung sowie Regen- und Lichtsensor zum Standard. Ein echtes Basismodell mit Stahlfelgen oder Fensterkurbeln ist für den deutschen Markt nicht vorgesehen. Dabei gäbe es vermutlich Interessenten für eine derart rudimentäre Limousine - zumal deren Preis womöglich unter 10.000 Euro liegen könnte. Doch Lada hat mit dem Vesta andere Pläne: Der Wagen soll das Markenimage rundum aufwerten.
Das muss man wissen: Der Lada Vesta steht ab sofort bei den deutschen Händlern bereit, allerdings nicht bei allen 240 Verkaufsstandorten hierzulande, sondern bei 70 ausgewählten Betrieben, die sich etwas mehr für das russische Fabrikat ins Zeug legen. Der Vesta soll schließlich nicht irgendwo im Hinterhof präsentiert werden, sondern als Top-Modell einer aufstrebenden Marke. Die Basisversion mit Schaltgetriebe startet bei 12.490 Euro. Die teuerste Variante, der Vesta Luxus mit Klimaautomatik, Frontscheibenheizung und automatisiertem Fünfgang-Schaltgetriebe, kostet 14.250 Euro.
Angeboten wird der Wagen zwar mit zwei Getriebevarianten, doch vorerst nur mit einer Motorisierung, einem Vierzylinder-Benziner mit 1,6 Liter Hubraum. Die Maschine leistet 106 PS und kommt mit dem knapp 1,3 Tonnen schweren Auto gut zurecht - wenn man keine Sportlichkeit erwartet. Möglicherweise reicht Lada demnächst noch einen 1,8-Liter-Benziner mit 122 PS nach, auf dem russischen Markt wird diese Motorisierung jedenfalls angeboten. Außerdem soll voraussichtlich im nächsten Jahr eine Kombiversion des Vesta folgen und eventuell auch ein Vesta Kombi Cross, also eine höher gelegte und in Richtung SUV gestylte Variante.
Das werden wir nicht vergessen: Das interessante Schillern des Lacks unseres Testautos. Der Farbton nennt sich "Fantom", und die Farbigkeit changiert bei Sonneneinfall von rotbraun bis silbergrau. Überhaupt bietet Lada für den Vesta insgesamt acht Metallic-Farbtöne an - serienmäßig. Die Marke scheint wirklich alles dafür zu tun, endlich mal wieder zu glänzen.
| Hersteller: | Lada |
|---|---|
| Typ: | Vesta Luxus |
| Karosserie: | Limousine |
| Motor: | Vierzylinder-Benziner |
| Getriebe: | Fünfgang-Schaltgetriebe, automatisiert |
| Antrieb: | Front |
| Hubraum: | 1.596 ccm |
| Leistung PS: | 106 PS |
| Leistung kW: | 78 kW |
| Drehmoment: | 148 Nm |
| Von 0 auf 100: | 12,8 Sek. |
| Höchstgeschw.: | 180 km/h |
| Verbrauch (ECE): | 6,2 Liter |
| CO2-Ausstoß: | 141 g/km |
| Kofferraum: | 480 Liter |
| Gewicht: | 1.280 kg |
| Maße: | 4410 / 1764 / 1497 |
| Preis: | 14.250 € |