Opel Signum: "Wir wollen erobern" - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Opel Signum "Wir wollen erobern"

Beim Anblick dieses Autos sollen die Kunden anderer Marken schwach werden. So schwach, dass sie sich zum Kauf des neuen Opel Signum entschließen. Das jedenfalls ist der Plan des Rüsselsheimer Unternehmens.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Opel-Chef Carl-Peter Forster druckst nicht lange herum: "Wir wollen Kunden anderer Marken erobern", sagt der Vorstandsvorsitzende mit Blick auf das jüngste Modell des Hauses, den Opel Signum. In diesen Tagen veröffentlichte das Unternehmen die ersten Fotos. Auf dem Genfer Automobilsalon im März 2003 soll der Wagen seine Weltpremiere erleben.

Kurz darauf ist die Markteinführung geplant. Und damit der Coup in der Mittelklasse, denn Opel will mit dem Signum "klassische Segmentgrenzen" überschreiten. Die Karosserie des Autos ist eine Schnittmenge aus Limousine (Frontpartie), Kombi (Heckpartie) und Van (Seitenansicht). Man erkennt eine Spur des Avantgarde-Designs der aktuellen Renault-Modelle und einen Hauch jener stilistischen Kühle, für die Saab bekannt ist, die andere europäische GM-Marke.

Die Proportionen des Signum deuten auf die Zielsetzung der Entwickler hin: Das Auto ist 4,63 Meter lang, der Abstand zwischen den Achsen (Radstand) beträgt 2,83 Meter. So bleibt viel Platz für den Innenraum, und mit dem soll der Signum vor allem punkten.

Die Business-Class im Auto

"Der Signum ist die Business-Class von Opel", sagt Unternehmenschef Forster. Prompt folgen weitere Vergleiche mit der Fliegerei. So können die Lehnen der beiden äußeren Einzelsitze im Fond in einen "Lümmel-Winkel" von 28 Grad außerhalb der Senkrechten gebracht werden, "ähnlich wie in der Business-Class im Flugzeug".

Anregungen aus der Welt der Passagier-Jets holten sich die Opel-Entwickler auch für die Dachkonsole und die Leselampen über den Köpfen der Heckpassagiere sowie für den sogenannten Travel-Assistant. Das ist eine Box, die auf dem Mittelsitz befestigt werden kann, und die unter anderem zwei ausfaltbare Tabletts, ein Kühlfach, einen Abfallbehälter und diverse Bedienelemente für Radio oder DVD-Spieler enthält.

Die hinteren äußeren Sitze können zudem unabhängig voneinander um 13 Zentimeter in Längsrichtung verstellt werden. Und die komplette zweite Reihe lässt sich so zusammenklappen, dass eine ebene Ladefläche mit einem Stauvolumen von 1400 Liter entsteht.

Zu diesen Neuheiten kommen drei neue Motoren. Darunter Opels erster Benzin-Direkteinspritzer mit 2,2 Liter Hubraum und 155 PS (114 kW), ein 2-Liter-Turbomotor mit 175 PS (129 kW) und ein V6-Commonrail-Diesel mit 177 PS (130 kW).

Signum der Eroberer ist also ein ziemlich kräftiger Kerl. Um Opel wirklich zu helfen, wird er aber nicht nur Kraft, sondern auch viel Kondition brauchen.