Schimpansen sind unter den Primaten die nächsten Verwandten der Menschen
Foto:James Mollison
Unsere Urahnen Wann ist ein Mensch ein Mensch?
Die Antwort auf die Frage, was unsere frühesten Vorfahren zu Menschen machte, kann weder richtig noch falsch sein, höchstens wahrscheinlich oder unwahrscheinlich. Zeugen, die unsere frühen Vorfahren beobachtet hätten, gibt es keine, und die fossilen Überreste der Homininen sind stumm. Je mehr Puzzlestücke wir aus der Frühzeit der Menschen entdecken, desto komplexer werden unsere Rekonstruktionen und Interpretationen. Dennoch gibt es Anhaltspunkte dafür, wann entscheidende evolutive Weichen gestellt wurden.
Seit circa 350.000 Generationen (das sind ungefähr sieben Millionen Jahre) entwickelten sich überall in Afrika aufrecht gehende Vormenschen, deren Gehirn noch nicht größer war als bei ihren Menschenaffen-Vorfahren. Der Entwicklungstrend zum aufrechten Gang wurde unterstützt durch veränderte Lebensweisen in den sich damals ausbreitenden Savannen. Er kam ihnen auch gelegen, wenn sie in den Uferbereichen von Gewässern nach Nahrung suchten.
Ihr Name ist Mensch
Der Forschung zur Steinzeit sind sensationelle Durchbrüche gelungen. Das Bild von der Welt unserer Ahnen wird immer detaillierter. Vom Neandertaler bis zu Ötzi – wie wir wurden, was wir sind: Jetzt in der aktuellen Ausgabe!
Dauernd aufrecht zu gehen ist eines der Grundmerkmale aller Homininen, zu denen auch wir heutige Menschen gehören. Man sagt, dass durch diese neue Art der Fortbewegung die Hände frei wurden für die spätere Nutzung von Werkzeugen. Ich halte aber eine andere Entwicklung für noch wichtiger, die etwa zeitgleich begann: die Reduktion der großen Eckzähne, eines Erbes unserer Menschenaffen-Vorfahren.