Hunde: Der beste Fitnesstrainer des Menschen - DER SPIEGEL
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Hunde Der beste Fitnesstrainer des Menschen

Wenn der Hund muss, muss auch der Mensch vor die Tür. Und weil die Vierbeiner zudem Auslauf brauchen, geht's dann auf große Tour. Wie sehr Hunde Herrchen und Frauchen in Bewegung halten, zeigt eine aktuelle Studie.
Hund mit Herrchen
Hund mit Herrchen

Hund mit Herrchen

Foto: imago
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Egal ob die Sonne scheint, es regnet oder schneit, ob's früh ist oder spät: Sie gehen auf die Straße. Wer einen Hund hat, flaniert nicht bloß bei bestem Wohlfühlwetter durch den Park, sondern spaziert tagtäglich mit dem Vierbeiner.

Es liegt also nahe, dass Hunde ihre Besitzer zu mehr Bewegung im Alltag animieren. Wie stark dieser Effekt ist, haben Forscher der University of East Anglia nun ermittelt. Eines ihrer Ergebnisse, die sie im "Journal of Epidemiology & Community Health"  präsentieren: Selbst bei schlechtestem Wetter waren die Hundebesitzer im Schnitt aktiver als die Nicht-Hundebesitzer an den schönsten Tagen.

30 Minuten mehr Bewegung - jeden Tag

Das Team um Yu-Tzu Wu griff auf Daten einer größeren europäischen Langzeitstudie zurück, der sogenannten EPIC-Studie - wobei sie nur die Informationen jener Teilnehmer auswerteten, die in der britischen Grafschaft Norfolk lebten und im Rahmen der Studie sieben Tage lang einen Schrittzähler getragen hatten. Das waren insgesamt gut 3100 Studienteilnehmer, die im Schnitt 69 Jahre alt waren. Knapp ein Fünftel hatte einen Hund, etwa zwei Drittel von ihnen gaben an, mindestens einmal täglich mit dem Tier Gassi zu gehen.

Anhand der Schrittmesser-Daten und der Wetterberichte der jeweiligen Tage berechneten die Forscher, wie aktiv die Teilnehmer bei gutem und schlechtem Wetter waren. Durchschnittlich bewegten sich die Hundebesitzer täglich 30 Minuten mehr als die hundelosen Teilnehmer der Studie.

"Wir waren erstaunt, dass die Menschen, die mit Hunden spazieren gegangen sind, an den dunkelsten und verregnetsten Tagen im Durchschnitt länger körperlich aktiv waren und weniger Zeit mit Herumsitzen verbrachten als die Menschen ohne Hunde an den wärmsten und sonnigsten Tagen", sagt Projektleiter Andy Jones.

Wer mit einem Hund unterwegs ist, geht auf die Bedürfnisse des Tieres nach Auslauf ein - dies sei möglicherweise eine stärkere Motivation, als nur für die eigene Fitness in Bewegung zu bleiben, glauben die Forscher.

Allerdings schließen die Wissenschaftler aus diesen Ergebnissen nicht, dass sich alle älteren Menschen einen Hund zulegen sollten, weil sich nicht jeder um ein Tier kümmern könne.

Für den Hund zusammenreißen

Schon jetzt gibt es Programme, in denen Senioren zweimal in der Woche mit einem Hund aus dem Tierheim spazieren gehen, sagt die Psychologin Andrea Beetz aus Erlangen. Sie gehört zu den wenigen deutschen Wissenschaftlern, die über die gesundheitlichen Effekte von Heimtieren geforscht haben.

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Foto: SUSANA VERA/ REUTERS

"Es ist tatsächlich so, dass die Fitnesswerte dann besser werden und die Leute auch weniger oft schwänzen", sagt Beetz. "Wenn sich die Senioren mit Menschen treffen, sagen sie öfter mal ab. Aber für den Hund reißen sie sich eher zusammen."

Der Kontakt mit einem Vierbeiner könne nicht nur das körperliche Wohlbefinden steigern, betont sie. Auch werde die Einsamkeit jener alten Menschen verringert, die allein leben und wenig Sozialkontakte haben. Denn sie seien mit einem Betreuer oder in einer Gruppe unterwegs. Da werde auch geredet - und sei es nur über die Eigenarten der jeweiligen Hunde, sagt Beetz, die seit Jahren tiergestützte Intervention erforscht - also den Einsatz von Tieren bei therapeutischer Behandlung.

Hunde seien besonders geeignet: "Der Hund ist das Tier, das am besten durch Domestikation auf uns Menschen eingestellt ist."

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wbr/dpa