Love Parade: Weiter geht's! - DER SPIEGEL
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Love Parade Weiter geht's!

Die Veranstalter der Love Parade halten am 14. Juli als Termin für das Mega-Treffen fest und beantragen eine neue Genehmigung. Eine Verschiebung wird es nur im Notfall geben.
Von Jürgen Laarmann
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Love Parade hat die Demonstration nun formal für den 14. Juli auf der bereits bekannten Alternativstrecke vom Ernst-Reuter-Platz zur Urania beantragt. Berlins Innensenator Eckart Werthebach hatte diese Lösung bislang nicht akzeptiert, weil der Trek in diesem Fall an der Siegessäule mit der Gegendemonstration der Umweltschützer kollidieren würde. Sollte Werthebach bei seinem Nein bleiben, werde die Love Parade auf den Termin am 21. Juli ausweichen, so Love-Parade-Sprecher Enric Nitzsche. Er hoffe, dass der Innensenat noch vor Ostern eine entsprechende Entscheidung treffe.

Asyl-Angebote abgewiesen

Nitzsche erklärte, dass die maximal 25.000 geschätzten Teilnehmer der Tiergartenschützer ausreichend Platz hätten zu demonstrieren und dass mit keinerlei Konfrontationen zwischen Ravern und Umweltschützern zu rechnen sei. Weiterhin stellte er den Plan der Love Parade vor, die Route in einem Dreijahres-Turnus zu variieren, so dass sich immer ein Teil des Tiergartens erholen könne. Die Route für das nächste Jahr wäre dann von der Urania zum Brandenburger Tor, danach wieder vom Ernst-Reuter-Platz zum Brandenburger Tor, anschließend wieder vom Ernst-Reuter-Platz zur Urania. Angebote anderer Städte, der Love Parade Asyl zu gewähren, wies er ebenso zurück wie die Verlegung der Strecke auf den Flughafen Tempelhof.

Die Strategie der Love Parade könnte aufgehen. Schließlich sei es vor allen Dingen das Land Berlin, das durch eventuelle Besucherrückgänge wegen der Terminverschiebung Verluste zu erleiden habe, so Nitzsche. Die Schäden am Tiergarten würden nicht geringer, wenn der Raver-Treff eine Woche später stattfände.

Ob das Konzept, jeweils einen Teil des Tiergartens zu schonen, dem Park Vorteile und Erholung verschafft, ist allerdings zweifelhaft. Der eigentliche Demonstrationszug verursacht keine Schäden, sondern die Raver, die sich vor und nach der Parade im Tiergarten aufhalten und diesen als "Chill-out"-Platz sowie als Zugangs- und Abgangsweg zur Parade nutzen, worauf selbst eine veränderte Streckenführung kaum Einfluss haben dürfte.

Nicht sehr friedlich: "Den Ökos mal paar aufs Maul zu hauen"

Auch Nitzsches Hoffnung, dass es bei der traditionell friedlichen Love Parade keinerlei Auseinandersetzungen geben werde, könnte beim Blick in die Internetforen der Love Parade getrübt werden. Hier kündigten offensichtliche Befürworter an, den "Ökos paar aufs Maul zu hauen".

Ein Motto für die als politisch anerkannte Demonstration konnte Nietzsche nicht nennen. Er bestätigte allerdings Meldungen, wonach der Senat für das Jahr 2002 den Status der Veranstaltung überprüfen will. Das Hickhack um die Love Parade dürfte also auch in den nächsten Jahren weiter gehen.