Box Office Gartenzwerge und Greg gewinnen
Die Liebe im Vorgarten: Szene aus dem Disney-Animationsfilm "Gnomeo und Julia"
Foto: Touchstone PicturesHamburg/Los Angeles - Zum Duell um die Spitze der amerikanischen Kinocharts traten am Wochenende zwei Neustarts an. In der einen Ecke: Ein Fantasy-Action-Spektakel mit fünf leichtbekleideten Hauptdarstellerinnen, für 82 Millionen Dollar inszeniert von einem Regisseur, auf dem die Hoffnungen eines großen Filmstudios liegen. In der anderen Ecke: Die Fortsetzung einer Kinderbuchverfilmung, für 21 Millionen Dollar schnell gedreht.
Nach dem Gong steht fest: Das Kind hat gewonnen. "Diary Of A Wimpy Kid: Rodrick Rules" heißt der Sieger des Wochenendes, der zweite Teil der Geschichten aus " Gregs Tagebuch", wie die Kinderbücher von Jeff Kinney auf Deutsch heißen. ("Gregs Tagebuch 2: Gibt es Probleme?" kommt am 2. Juni in die deutschen Kinos.) Die Kämpfe des zwölfjährigen Greg mit seinem älteren Bruder Rodrick spielten 24,4 Millionen Dollar an den amerikanischen Kinokassen ein, womit die Fortsetzung noch erfolgreicher war als der erste Teil, der im März 2010 22,1 Millionen Dollar verbuchte, wie der Branchendienst Boxofficemojo.com vermeldet.
Entsprechend glücklich ist die Verleihfirma 20th Century Fox, denn bisher gibt es fünf Folgen der Kinderbuchreihe - ein dauerhafter, wiederholbarer Erfolg lockt.
Mit Spannung beobachtet wurde der Start von "Sucker Punch", einem Fantasy-Actionfilm unter der Regie von Zack Snyder ("300", "Watchmen"), dem das Filmstudio Warner Bros. den kommenden "Superman"-Film anvertraut hat. In "Sucker Punch" flüchten fünf junge Frauen (unter anderem gespielt von Emily Browning, Abbie Cornish und Vanessa Hudgens) aus einer Irrenanstalt in eine Fantasiewelt, in der sie sich in gefährliche Kämpfe verwickeln. Mit 19 Millionen Dollar Wochenendeinspiel blieb "Sucker Punch" deutlich zurück hinter der Tagebuchverfilmung des "Wimpy Kid" Greg. In Deutschland startet "Sucker Punch" bereits am Donnerstag.
Üblicherweise büßen Filme in den amerikanischen Kinos von Woche zu Woche etwa 40 Prozent ihres Umsatzes ein. Insofern hielten sich der dritt- und der viertplazierte Film des Wochenendes sehr gut. "Limitless" (deutscher Titel: "Ohne Limit") mit Bradley Cooper und Robert DeNiro verlor nur 20 Prozent und kam noch auf ein Einspiel von 15,2 Millionen Dollar. Gar nur um 17 Prozent verringerte sich der Umsatz am zweiten Kinowochenende für "The Lincoln Lawyer" ("Der Mandant") auf jetzt 11 Millionen Dollar. Platz fünf geht an den Animationsfilm " Rango" (9,8 Millionen Dollar).
Shakespeare in der Disney-Variante
Nach drei Wochen an der Spitze der deutschen Kinocharts muss das Historiendrama " The King's Speech" nun dem 3D-Animationsfilm "Gnomeo und Julia" weichen. Am Wochenende sahen nach Angaben des Branchenblattes "Blickpunkt:Film" rund 150.000 Zuschauer die Gartenzwerg-Version von William Shakespeares berühmter Liebesgeschichte an. "The King's Speech" sahen etwa 125.000 Menschen, was ein eindrucksvolles Gesamtresultat von bisher 1,7 Millionen Zuschauern ergibt.
Auf Rang drei blieb " Almanya - Willkommen in Deutschland" mit rund 110.000 Kinobesuchern - ein großer Erfolg für die Gastarbeiterkomödie der Regisseurin Yasemin Samdereli, die gemeinsam mit ihrer Schwester Nesrin auch das Drehbuch schrieb. Keine sechsstelligen Zuschauerzahlen mehr, aber immer noch Plätze unter den Top Five erreichten "Ich bin Nummer vier" und " Kokowääh". Die französische Komödie "Das Schmuckstück" landete auf Rang sechs; der Film mit Catherine Deneuve hatte rund 77.000 Zuschauer.