Box Office: Hollywoods Schokoladenseite - DER SPIEGEL
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Box Office Hollywoods Schokoladenseite

Wie süß: "Charlie und die Schokoladenfabrik" war erneut ganz nach dem Geschmack des amerikanischen Publikums - Platz eins für Tim Burtons kunterbunte Kinderbuchadaption. Deutschland mochte es ebenfalls herzig: Der Familienfilm "Madagascar" blieb an der Spitze der Charts.
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Was schickte Regisseur Michael Bay nicht alles ins Rennen: eine bildschöne Blondine (Scarlett Johansson), einen Ex-Jedi-Ritter ("Star Wars"-Held Ewan McGregor), schicke Kulissen und schnelle Autos - und dennoch blieb sein Action-Thriller "The Island" "Die Insel"  beim Wochenendspurt am Box Office auf der Strecke.

Stattdessen ließen sich Amerikas Zuschauer ein knallbuntes, phantasievolles Märchenspektakel schmecken: Tim Burtons Verfilmung des Kinderbuchklassikers "Charlie und die Schokoladenfabrik" von Roald Dahl hielt sich auf Platz eins der Kinohitparade. Nach nur zehn Tagen hat der mit Johnny Depp besetzte Film bereits 114,1 Millionen Dollar eingespielt.

Platz zwei geht an "Die Hochzeits-Crasher", eine romantische Komödie, die Owen Wilson und Vince Vaughn als sexgierige Junggesellen zeigt, die Hochzeiten aufmischen. Auch in der zweiten Woche sagte das US-Publikum Ja zu dieser überdrehten Klamotte und bescherte dem Film ein Einspielergebnis von 26,2 Millionen Dollar. Der Superhelden-Blockbuster "Die Fantastischen Vier" spielte trotz fehlender Dramaturgie, hölzerner Darsteller und zweitklassiger Action an seinem dritten Wochenende fantastische 12,3 Millionen Dollar ein (Platz drei).

Auf Platz vier schließlich Michael Bay mit seiner edel ausgestatteten Negativ-Utopie "Die Insel". Johansson und McGregor als Klone, die ihren Schöpfern entkommen und von Killern gejagt werden, kam lediglich auf 12,1 Millionen Dollar. Auch die Komödie "Bad News Bears" , Richard Linklaters Remake von "Die Bären sind los" aus dem Jahr 1976, blieb hinter den Erwartungen zurück: 11,5 Millionen Dollar Einspielergebnis, Platz fünf.

Die weiteren US-Neustarts: der Überraschungserfolg beim diesjährigen Sundance-Filmfestival "Hustle & Flow"  über einen Zuhälter, der sich als Rapper versucht (8,1 Millionen Dollar), und Rob Zombies Horrorfilm "The Devil's Rejects"  über eine Familie von Serienkillern (7 Millionen Dollar).

Die deutschen Kinogänger flohen das regnerische Wetter und machten sich nach "Madagascar" auf. Dort präsentieren sich vier New Yorker Zootiere als liebenswerte Stadtneurotiker, die sich auf freier Wildbahn bewähren müssen. Am zweiten Wochenende kam der digitale Animationsfilm auf abenteuerliche 1,1 Millionen Besucher. Stark trotz schwacher Inszenierung war auch der Start von "Mr. & Mrs. Smith". Die mit Hollywoods Publicity-trächtigstem "Könnte-sein-das-sie-was-miteinander-haben"-Paar Angelina Jolie und Brad Pitt besetzte Komödie ging mit 613 Kopien an den Start und lockte rund 670.000 Zuschauer ins Kino.

Auf Platz drei ein Weltuntergangsszenario von Format: Steven Spielbergs Science-Fiction-Drama "Krieg der Welten" (140.000 Besucher), gefolgt vom schnarchigen Superhelden-Quartett "Die Fantastischen Vier" (110.000 Kinogänger).

Neu gestartet sind: die französische Sommerkomödie "Meeresfrüchte" , die eine Familie in erotische Irrungen und Wirrungen verstrickt (58 Kopien, Platz sechs), Wes Cravens missratener Werwolf-Reißer "Verflucht" (106 Kopien, 17.000 Besucher, Platz zehn) und das Drama "Lovesong für Bobby Long"  mit Scarlett Johansson und John Travolta (7000 Zuschauer, Platz 17).

Insgesamt ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann: 2,4 Millionen Kinotickets wurden am Wochenende gelöst.

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