Mobbing Eiszeit im Büro
Was tun, wenn die Platzhirsche beschließen, den Neuankömmling im Team gleich wieder rauszuekeln? Wie soll das aufstrebende Nachwuchstalent dem Vorgesetzten begegnen, der ständig fremde Ideen abgreift und sich damit vor seinem Chef brüstet? Wie handeln, wenn die Kollegen plötzlich mit Informationen geizen?
Für gezielte Zermürbungstaktik am Arbeitsplatz gibt es schon seit geraumer Zeit einen Fachbegriff - "Mobbing". Geht das Piesacken von Vorgesetzten aus, spricht man auch von "Bossing".
Im Berufsalltag sind die Grenzen zwischen Tätern und Opfern häufig nicht klar zu ziehen. Betroffene müssen sich häufig sagen lassen, dass sie auf gängige Frotzeleien unter Kollegen einfach zu empfindsam reagieren. Oder dass auch sie ihren Beitrag zum eisigen Klima im Büro geleistet haben. Mitunter leiden beide Seiten psychisch und sogar körperlich, durch Schlaflosigkeit, Nervosität oder Angstzustände.
Dabei gibt es immer Ansprechpartner: den Betriebsrat, die Personalleitung, Beratungsstellen - oder auch den Beistand von erfahrenen Juristen. So hat sich die Stuttgarter Rechtsanwältin Sandra Flämig auf Arbeitsrecht spezialisiert und berät Mobbing-Opfer.
Für SPIEGEL ONLINE schildert sie fünf typische Fälle aus der Praxis, von der ausgebremsten neuen Chefin bis hin zum jungen Juristen, über den die verschmähte Kollegin Schauergeschichten verbreitet. Die Auswege aus dem Konflikt sind so unterschiedlich wie die Fälle: Manchmal reicht es, den Chef zu einer Ermahnung der Mobber zu drängen, manchmal hilft nur ein Wechsel des Arbeitsplatzes.
Fünf Mobbing-Fälle, die Sandra Flämig betreute: