Austausch-Log Der Kulturschock der Rückkehrer
Janine Ankru, 18, back from USA
Von Ramona, Kalifornien, nach Isselburg bei Münster - in meiner ersten Woche in Deutschland musste ich mich arg umgewöhnen. Die Deutschen sind halt nicht so freundlich und offen wie die Amerikaner. In den Herbstferien will ich auf jeden Fall wieder nach Kalifornien fliegen, um meine amerikanischen Freunde und meine Gastfamilie zu besuchen.
Ich würde so ein Austauschjahr auf jeden Fall weiter empfehlen. Ich bin in den zwölf Monaten viel selbstständiger geworden und habe mich besser kennen gelernt. Außerdem habe ich viel erlebt, neue Freunde gefunden und ganz nebenbei auch noch Englisch gelernt.
Kalifornien ist natürlich schon wegen des Wetters eine tolle Abwechslung gewesen. Das ganze Jahr über Sommer. Besonders genossen habe ich aber auch die vielen Feste und Feiertage: Halloween, wo wir uns alle verkleidet haben und die Kinder von Haustür zu Haustür ziehen, um Süßigkeiten einzusammeln. Oder Thanksgiving, da sind alle Verwandten meiner Gastfamilie zusammen gekommen, um gemeinsam Truthahn zu essen. Und natürlich den Nationalfeiertag, den 4. Juli. Da gab es ein riesiges Feuerwerk, und die ganze Stadt hat zusammen gefeiert.
Es war toll, eine andere Kultur so intensiv kennen zu lernen. Die Vereinigten Staaten sind mein Traumland geworden, ich würde gerne zum Studieren wieder herkommen. Aber ich möchte auch andere Länder kennen lernen. Durch das Austauschjahr ist mein Fernweh erst richtig geweckt werden.
Gregor Haidl, 17, aus China zurückgekehrt
Mein erster Eindruck von Deutschland: Hier ist ja alles so sauber und so leer. Von einer wuseligen Millionenstadt wie Peking zurück aufs Dorf im Sauerland, das war schon ein radikaler Umbruch. Auf der Straße fahren plötzlich nicht mehr Fahrräder, Rikschas und Autos wild durcheinander, sondern ab und zu kommt mal eine Limousine vorbei gebraust.
Hier in Schmalenbeck weiß natürlich jeder, dass ich in China war. Am häufigsten kommt die Frage: "Sag doch mal was auf Chinesisch". Ob ich Hund gegessen habe, wurde ich zum Glück erst einmal gefragt. Das ist so ein klassisches Klischee.
Letztens war Peking im Fernsehen zu sehen. Das war ein total komisches Gefühl. Zuerst hatte ich den Eindruck: "Meine Stadt". Dann fiel mir auf: "Aber ich bin nicht mehr dort." Ich bin froh, dass meine Eltern mich in den letzten zwei Wochen noch mal in China besucht haben. So konnte ich ihnen einen Eindruck vermitteln, wie mein Leben in den vergangenen zwölf Monaten war. Was es zu essen gab, wie die Häuser aussehen, wie sich die Menschen bewegen und was für tolle Menschen zu meiner Gastfamilie gehören. Ich hoffe, sie kommen uns im Winter besuchen.
Eigentlich möchte ich so bald wie möglich auf einen Besuch wieder nach Peking reisen. Die Olympischen Spiele 2008 wären natürlich ein Anlass. Aber vielleicht würde ich die Stadt aufpoliert und herausgeputzt gar nicht wieder erkennen.