Ausländerbehörden im Test Bitte recht freundlich!
Die ersten Tage und Eindrücke in einem Land sind prägend - traurig, wenn sie mit verschlossenen Türen, langen Wartezeiten und unfreundlichen Menschen verbunden werden. So erging es auch der mongolischen Studentin. Als UniSPIEGEL ONLINE sie beim Gang auf die Ämter begleitete, wollte sie nur ihre Aufenthaltsgenehmigung verlängern lassen. Doch der Behördenmarathon kostete die in Berlin lebende Mongolin fünf Stunden - und damit liegt sie nicht einmal schlecht im Rennen.
Vielen ausländischen Studenten, die sich für eine deutsche Uni entschieden haben, ergeht es ähnlich. Mitunter laufen sie eine Woche lang von Amt zu Amt. Auf sich allein gestellt müssen sie sich durch das komplexe Ausländer-, Aufenthalts- und Arbeitsrecht kämpfen. Die Folge: Negative Mund-zu-Mund-Propaganda, die Deutschland als Studienort bei ausländischen Interessenten ins Hintertreffen geraten lässt - und das zusätzlich zur Angst vor fremdenfeindlichen Attacken.
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Die Alexander von Humboldt-Stiftung, eine Organisation zur Förderung ausländischer Wissenschaftler, und der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft wollen eingreifen und haben deshalb einen neuen Preis ins Leben gerufen. Ausländische Studierende, Doktoranden und Wissenschaftler sind aufgerufen, ihren Favoriten für den "Humboldt-Preis für die freundlichste Ausländerbehörde" zu nennen.
Gesucht werden Beamte, die ausländische Akademiker nicht als lästige Kostgänger oder Bittsteller dritter Klasse behandeln. Dahinter steht die Idee, Behörden zu mehr Interesse und Engagement zu motivieren. Nicht selten hört Wolfgang Frühwald, Präsident der Humboldt-Stiftung, die Klagen von enttäuschten Stipendiaten: "Ein besonders drastisches Bild fand ein Humboldtianer, der den Kontakt mit seiner Ausländerbehörde mit einem Gang durch eine Löwenhöhle verglich."
Die Humboldt-Stiftung hatte kürzlich schon die Top-Adressen für ausländische Forscher unter den deutschen Hochschulen ermittelt. Nun setzt sie 25.000 Euro als Belohnung für Aufgeschlossenheit und Hilfsbereitschaft aus. Mit dem Geld soll die preisgekrönte Behörde Weiterbildungen für die Mitarbeiter finanzieren und insgesamt das Klima für Ausländer angenehmer gestalten - soweit das mit Geld machbar ist.
"Seit Jahren fordern wir die Verbesserung der Gastfreundschaft in Deutschland", erklärt Frühwald. "Dieser Preis soll dazu beitragen und die Mitarbeiter der Ausländerbehörden ermutigen." Die Unterlagen sind auf der Website der Stiftung erhältlich, sie müssen bis zum 31. August eingereicht werden.