Campus-Mode: Uniformiert in die Uni - DER SPIEGEL
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Campus-Mode Uniformiert in die Uni

Uniformen kommen in Mode: Hamburger Designstudenten haben sich überlegt, in welchen Einheitslook sie ihre Kommilitonen stecken würden. Die Modelle erinnern zum Teil an "Star Trek", zum Teil an Karnevalskostüme. Aber über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten...
Von Steffen Heinzelmann
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Eigentlich klingt es ganz logisch. "Uniformen sparen Zeit. Ein Student mit Uniform steht morgens nicht stundenlang vor dem Spiegel und überlegt, was er anziehen soll. Und mit der so gesparten Zeit wird auch die gesamte Studiendauer kürzer", sagt Jochen Taaks, Geschäftsführer der Hochschulsport GmbH der Universität Hamburg. Und, etwas ernster gemeint: Gleiche Kleidung schaffe ein Gefühl der Zusammengehörigkeit.

Erleichterten Uniformen in kriegerischeren Zeiten vor allem die lebenswichtige Entscheidung, vor wem zu salutieren und auf wen besser zu schießen sei, werden ihnen heute weit friedlichere und freundlichere Attribute zugesprochen: Ein Gemeinschaftsgefühl sollen die Stoffe erzeugen, und soziale Unterschiede verwischen noch dazu.

Rückgriff auf angelsächsische Motive

Wie könnte das einheitliche Campus-Outfit aussehen, hat deshalb die Hochschulsport GmbH die Modedesign-Studenten der Hansestadt gefragt. Etwa 20 Entwürfe stellten die Jungdesigner als Antwort den Hochschulsportlern vor, vier davon wurden jetzt mit der Nähnadel verwirklicht und zusammen mit anderen Kleidungskreationen auf einer Modenschau vorgestellt..

Alle vier Modelle greifen auf Motive angelsächsischer Schuluniformen zurück, und könnten trotzdem kaum unterschiedlicher sein: Ein futuristisches Outfit in Graublau würde jedem Träger den Zugang zur Brücke von diversen Film- und Fernseh-Raumschiffen ermöglichen. Eine Uniform wirkt wie ein leicht militärischer Sportanzug mit orangefarbenen Neonstreifen und Hamburg-Wappen, eine andere erinnert an eine Mischung aus greller Retro-Tracht und Kostüm eines Funkenmariechens.



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Für die auf grauen Unifluren wenig effektive Tarnfarbe oliv hat sich Modedesign-Student Felix Bösel entschieden. Die von ihm entworfenen Frauen-Uniform kombiniert ein strenges, hochgeschlossenes Oberteil mit einem Faltenrock über freien Knien und schwarzen Stiefeln.

"Die Uniformen sollten äußerlich strikt wirken, gleichzeitig aber Platz für persönliche Akzente lassen", erklärt der 23-Jährige von der Fachhochschule Hamburg, der selbst hellblaue Lederschuhe zum Rollkragenpullover in Regenbogenfarben trägt und nur ungern in einen vorgeschriebenen Uni-Dress schlüpfen würde.

Hilfe für die "fashion victims"

Unterschiedliche Farben der einzelnen Kleidungsstücke sollen bei seinem Uniform-Modell die verschiedenen Fachbereiche kennzeichnen, über der rechten Brust ist auf der Kleidung Platz für Buttons der Studenten, quasi selbst angesteckte Orden nach Lust und Laune.

Auf militärisches Aussehen und kräftige Farben hat Isabel Stodden beim Design ihres Exemplars bewusst verzichtet: "Für mich sollte die Uniform sportlich sein, futuristisch. Und eher weniger bunt, weil bunt nicht jedem liegt."

Ferdinand von Humboldt steckt in dieser Uniform. Das Nachwuchsmodel glaubt, dass das "Corporate Design" einer Universität ihre Studierenden gemeinschaftlich verbinden könne. So habe er es bei einem Auslandsaufenthalt in Südafrika erlebt. Er sieht die Einheitskleidung auch als praktische Hilfe für modegeplagte "fashion victims" und Kommilitonen mit gewöhnungsbedürftigem Geschmack: "Angesichts dessen, was manche auf dem Campus tragen, wäre bei einigen Studenten eine Uniform wirklich besser."