Erstsemester: Typologie der Studienstarter - das Muttersöhnchen - DER SPIEGEL
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Typologie der Erstsemester Das Muttersöhnchen - Ganz, gaaaaanz vorsichtig

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Für das Muttersöhnchen ist der Sprung von der Schule zur Universität schon aufregend genug. Deshalb soll sich erst mal wenig ändern: Er bleibt zu Hause wohnen, lässt seine Wäsche von Mama sortieren und schaut weiter alte "Star Trek"-Episoden auf DVD. Den Semesterplan klebt er einfach über den alten Stundenplan in der Küche.

Unzufrieden ist er mit der anonymen Atmosphäre auf dem Campus. Seine Kommilitonen irritiert er mit dem Vorschlag, in der Massenvorlesung "Einführung in die Soziologie I" einen Kurssprecher zu wählen und Geld für die Klassenkasse einzusammeln. Seine Hausarbeiten werden noch lange Zeit von seinem Vater gegengelesen.

Das studiert er: Irgendwas auf Lehramt.

Das erwartet er vom Studium: Eine Verlängerung der Schulzeit - und damit die Verpflichtung seiner Eltern, sich um ihn zu kümmern.

Das überrascht ihn dann aber doch: Sex, MDMA und die Tatsache, dass der Professor beim Namen seiner Mutter so komisch lächelt.

Das erwarten seine Eltern: Gar nichts. Sie wollen den Jungen schließlich nicht überfordern.

Das sagt er gern: "Mein letzter Bus fährt aber um 22.45 Uhr."

Das wünscht er sich als Song auf der Erstsemester-Party: "Hit me Baby one more time" von Britney Spears.

Das denkt der Professor über ihn: "Das könnte mein Sohn sein."

Das wird er einmal arbeiten: Noch vor dem Referendariat wird er im elterlichen Betrieb Juniorchef. Nach zwei Jahren wird der Firmenname um den Zusatz "& Sohn" verlängert.


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