Studienfinanzierung Wer studieren will, geht jobben
Der akademische Titel kostete im vergangenen Jahr monatlich 1295 Mark. Diesen Betrag mussten westdeutsche Studenten durchschnittlich für ihr Studium berappen. Im Osten waren es nur 1056 Mark - vor allem wegen der der niedrigeren Mieten: In den alten Ländern gaben Studenten 464 Mark pro Monat für Miete aus, in den neuen Ländern lediglich 358 Mark.
Den größten Teil des Studiums finanzieren nach wie vor die Eltern. Nach Angaben des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) steuerten sie jede zweite Mark zum Etat bei. Während die Studenten in den alten Ländern sich immerhin ein Drittel ihres Budgets selbst verdienten, machte der Eigenanteil in den neuen Ländern nur ein Fünftel aus.
Das Bafög spielt eine Nebenrolle: In Ostdeutschland griff der Staat zuletzt nur noch jedem dritten Studenten finanziell unter die Arme, im Westen nicht einmal jedem fünften. Wurden 1995 rund 311.000 Studierende mit Bafög unterstützt, sackte diese Zahl 1999 auf 226.000 ab.
Nach der Reform: Viel mehr Bafög-Anträge
Die Bafög-Reform vom April dieses Jahres hat allerdings bundesweit zu 20 Prozent mehr Anträgen geführt, wie das Deutsche Studentenwerk (DSW) mitteilte. Durch die Reform der Ausbildungsförderung werde ein Zuwachs auf 300.000 Geförderte erwartet, schätzt Hans-Dieter Rinkens. Dies wäre eine Trendumkehr, sagte der Präsident des Deutschen Studentenwerkes.
Die Bafög-Reform soll vor allem Kindern aus sozial schwächeren Familien ein Studium ermöglichen. "Es besteht eine große soziale Schieflage im Bildungssystem, die bereits in den Schulen beginnt", erklärte DSW-Generalsekretär Dieter Schäferbartold.
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Nach der jüngsten Sozialerhebung des Studentenwerks besuchen von 100 Kindern aus ärmeren Familien immerhin 33 das Gymnasium. Ein Studium nehmen aber nur noch acht auf. Ganz anders sieht es bei Kindern aus einkommensstärkeren Familien aus: Hier streben 84 Prozent das Abitur an, 72 Prozent studieren.
Im Osten hätten seit 1. April bis zu 30 Prozent mehr Studenten Ausbildungsförderung beantragt, berichtete Schäferbarthold. Mit der Bafög-Reform wurden die Freibeträge der Eltern erheblich angehoben. Das Kindergeld wird bei der Berechnung des Bafög nicht mehr angerechnet, die Bedarfssätze steigen um 10 Prozent. Im vergangenen Jahr haben Bund und Länder zusammen nach Angaben des DSW-Generalsekretärs zusammen 1,74 Milliarden Mark gezahlt. Der Bund will nach eigenen Angaben 2001 seinen Anteil auf 1,7 Milliarden Mark aufstocken - zusammen mit den Ländern würden dann 2,5 Milliarden Mark an Bafög-Geldern gezahlt.