"Leo's Fortune"-Test: Carsten Görig spielt das iOS-Spiel - DER SPIEGEL
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Angespielt: "Leo's Fortune"

Foto: 1337 & Senri LLC

"Leo's Fortune" angespielt Auf Schatzsuche mit einer Fellkugel

"Leo's Fortune" überrascht immer wieder. Das iOS-Spiel zitiert Hits wie "Super Mario Bros." und "Little Big Planet", hat aber ganz eigenen Charme. Und das liegt nicht nur daran, dass Hauptfigur Leo eine grüne Fellkugel ist.
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Vielleicht ist es der Bart, der mir die grüne Fellkugel Leo gleich sympathisch macht. Der ist schön gezwirbelt und strahlt den Glanz alter Tage aus. Er erinnert an eine Zeit, in der Dampfloks fuhren und vornehme Herren von Chauffeuren ans Ziel gebracht wurden.

Leo hat keinen Chauffeur, obwohl er sicher gern einen hätte. Aber er hat mich. Und ich soll ihn durch die Level führen, ihm helfen, seinen Goldschatz zu finden, ihn einem Dieb zu entreißen, der wohl zu seiner Familie gehört.

Ich tue es gern. Leo ist nämlich sehr freundlich. Freut sich mit mir, wenn wir Hindernisse überwunden haben und sagt leise "autsch", wenn etwas nicht so geklappt hat, wie es sollte.

"Leo's Fortune" ist ein iOS-Spiel, in dem es erst einmal darum geht, Leo zu steuern. Er wischt mehr über den Boden, als dass er läuft oder rollt, kann sich zu einem Ballon aufblähen, hochspringen und dann langsam wieder heruntersegeln. So kann Leo über Schluchten springen, wilde Kurven hinauffahren oder Stachelfallen oder Sägeblättern ausweichen. Das kennt man aus unzähligen anderen Spielen, doch das ist egal, denn "Leo's Fortune" überrascht immer wieder.

Ein Spiel, das immer wieder überrascht

Gerade dann, wenn ich das Gefühl habe, dass nichts Überraschendes mehr geschehen kann, wirft das Spiel ein Physikrätsel rein und ich muss mit Schwerkraft und Flugkünsten arbeiten. Ich tauche Leo unter, blase ihn unter Wasser auf und lasse ihn hochschnellen. Oder das Spiel wandelt sich kurz in eine Art Mini-Flipper, bei dem ich nicht nur die Bälle befreien, sondern sie auch im richtigen Moment wieder in die Luft schnippen muss. Eine "Indiana Jones"-Gedenk-Lorenfahrt gehört ebenso zum Programm wie eine wilde Fahrt auf einem fahrenden Zug.

Schön ist dabei, dass die Steuerung wirklich gut funktioniert. Macken, die bei anderen Tabletspielen häufig auftauchen, gibt es hier kaum.

Immer wieder scheint das kleine schwedische Entwicklerteam von "Leo's Fortune" übrigens andere Spiele zu zitieren. Ich fühle mich an Stellen aus "Rayman", aus "Prince of Persia", aus "Uncharted" oder "Super Mario Bros." erinnert - und immer wieder an "Little Big Planet". Und das, obwohl sich "Leo's Fortune" wie keins dieser Spiele spielt und auf ganz eigene Art Spaß macht.

"Leo's Fortune" für iOS, 4,49 Euro; Download unter www.leosfortune.com