Code Red II Neuer Wurm auch in Deutschland
Bonn/Washington - Nach Informationen des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) kursiert die neue Variante von Code Red auch in Deutschland. Als Gegenmaßnahme empfahl das BSI, den Microsoft-Patch zu installieren, der auch vor der ursprünglichen Variante von Code Red schützt. Sei dieses Reparaturprogramm vorhanden, bestehe auch keine Gefahr durch den neuen Wurm.
Das "System Administration Networking and Security Institute" (SANS) in den USA teilte auf seiner Website mit, das neue schädliche Programm ähnele Code Red und mache die befallenen Computer anfällig für Hacker-Angriffe. Der neue Wurm sei zum ersten Mal am Samstag aufgetaucht, hieß es beim SANS weiter. Wenn sich der neue Wurm genauso schnell verbreite wie die Ursprungsversion, könnten Hunderttausende Websites dem Zugriff von Computer-Hackern ausgeliefert sein.
Das BSI teilte mit, weltweit seien bisher etwa 600.000 Server mit "Code Red"-Varianten infiziert. "Wir fordern alle Administratoren auf, zu prüfen, ob das Patch bei ihnen bereits eingebaut ist und es gegebenenfalls zu installieren", sagte BSI-Referent Frank W. Felzmann. Der neue Wurm befalle wie seine Vorgängerversionen Rechner mit den Microsoft-Programmen Windows 2000, Windows NT, der Beta-Version von Windows XP und den Versionen 4.0 und 5.0 des Internet Information Server (IIS). Die Betriebssysteme Windows 95, Windows 98 und Windows ME seien dagegen nicht gefährdet.
Computer-Würmer wie Code Red verbreiten sich im Gegensatz zu Viren über Netzwerke selbständig von einem Computer zum anderen. Viren können sich dagegen nur innerhalb eines Rechners von Datei zu Datei ausbreiten. Die am Wochenende aufgetauchte Code Red-Variante enthält nach Angaben des britischen Innenministeriums ein so genanntes "Trojanisches Pferd", das Hackern einen unbemerkten Zugriff auf die Dateien des befallenen Computers ermöglicht und gefährliche Programme einschleust.
Bereits vor einigen Tagen hatte einer der Entdecker von Code Red, Ryan Permeh von der kalifornischen Firma eEye, im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE das Auftauchen neuer gefährlicher Internetwürmer in Aussicht gestellt. "Wir könnten jeden Monat solch einen Wurm haben", sagte der IT-Experte und spielte damit auf die immer komplexer und damit fehleranfälliger werdende Software an.