Internet zum Tragen: Das Display am Auge - DER SPIEGEL
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Internet zum Tragen Das Display am Auge

Ein tragbarer Computer soll jetzt die letzten rechnerfreien Zonen erobern. Der Bildschirm des mobilen PCs ist gewöhnungsbedürftig: Er hängt direkt vor dem Auge.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Finstere Cyborgs, Mischwesen aus Mensch und Maschine, machen in der Science-Fiction-Serie "Star Trek" das Weltall unsicher. Ein Auge der intergalaktischen Fieslinge ist stets bedeckt mit einem Zwischending aus Kamera und Monitor. Ähnliche Wesen werden künftig wohl auch unsere Straßen bevölkern. Denn bei einem neuen tragbaren Computer wird der Bildschirm direkt vors Auge geklappt.

Noch vor Weihnachten wollen der Elektronik-Riese Hitachi und die Xybernaut Corporation, Spezialist für mobile Rechner, ein tragbares Gerät mit Internetzugang auf den amerikanischen Markt bringen. Der Preis soll unter 2000 Dollar liegen. Auf der Ifa wird der Mini-PC erstmals in Deutschland vorgestellt.

Die "Wearable Internet Appliance" besteht aus zwei Teilen: Der 128 Megahertz schnelle Computer wurde in einer 230 Gramm leichten Box untergebracht, die man an einem Gürtelclip mit sich herumträgt. Der Bildschirm hängt an einer Apparatur: An einer Art Kopfhörer ist ein SVGA-Monitor befestigt, den sich der Nutzer entweder vor das linke oder rechte Auge klappt. So soll der Nutzer wenigstens noch ein bisschen von seiner Umwelt mitbekommen.

Nichts für lange Texte

In seiner Vielfältigkeit soll der mobile Rechner seinen stationären Kollegen in nichts nachstehen. Musik, Video, Spiele und - dank Internetzugang - auch alle Finessen des E-Commerce wird der tragbare Computer bieten. "Wir erwarten, dass unsere neue Produktreihe die Art und Weise, wie Menschen leben, arbeiten und spielen, vollkommen verändern wird", verkündete ganz unbescheiden Shigeru Matsuoka von Hitachi bei der Präsentation in New York.

Doch bevor der Mini-Rechner antritt, den Alltag zu revolutionieren, müssen die Techniker wohl erst die Bedienbarkeit optimieren. Im Moment ist eine Art Maus, die dezent in der Jackentasche verschwinden soll, die einzige Möglichkeit, mit dem mobilen Rechner zu kommunizieren. Die Eingabe längerer Texte mittels virtueller Tastatur auf dem Bildschirm wird damit aber zu einer mühsamen Prozedur. Derzeit werkeln die Experten noch an einer Spracherkennungssoftware. Doch die wird wohl erst Anfang nächsten Jahres - dann soll das Gerät auch in Deutschland erhältlich sein - im System integriert werden.