Spione im PC: Killt die Schnüffler - DER SPIEGEL
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Spione im PC Killt die Schnüffler

An Spyware ist längst schon kein Vorbeikommen mehr: Überall im Web lauern die kleinen Schnüffler, die sich die Ausspionierung der User vorgenommen haben. Am Arbeitsplatz installiert die der Boss persönlich: Hilflos ausgeliefert ist man den Programmen aber nicht, wenn man weiß, wie man sich wehren kann.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Spyware boomt. Im Web sucht die Werbewirtschaft verzweifelt nach konkreterem Datenmaterial über die Nutzer, das man für viel Geld verkaufen oder zielgerecht verwenden kann. Auch am Arbeitsplatz macht sich Spyware - hier wegen der Person, die sie installiert, meist "Bossware" genannt - breit, obwohl die rechtliche Basis dafür in Deutschland eigentlich nicht gegeben ist. Nur wenn es eine entsprechende Betriebsvereinbarung gibt, ist der Chef berechtigt, so lückenlos zu überwachen - in der Praxis lassen es immer mehr Unternehmer drauf ankommen.

Das Thema ist also heiß - Grund genug für Deutschlands IT-Themen-Bibel "c't", dem Sujet eine Titelgeschichte zu gönnen. Die erklärt dem Leser nicht nur, was so auf dem Spyware-Markt passiert, sondern auch, wie man die digitalen Schnüffler identifizieren und los werden kann.

Spy- oder Bossware werden Programme genannt, die nur eines zum Ziel haben: den Computernutzer auszuspionieren. In den privaten Rechner gelangt Spyware oft als kostenloses Programm, das aus dem Internet heruntergeladen wird. Solche Freeware finanziert sich oft über Werbeeinblendungen, die sich das Programm aus dem Internet besorgt. Dabei kann der Nutzer kaum unterscheiden, ob es tatsächlich nur um Werbung geht, was bei seriösen Anbietern der Fall ist, oder ob mehr dahinter steckt.

Bedrohlich kann es nämlich dann werden, wenn das Programm so ganz nebenbei alle Eingaben am PC protokolliert - womöglich Passwörter mitschreibt - und die Daten ins Web sendet, wie "c't" in der aktuellen Ausgabe berichtet. Besonders tückische Programme lesen Tastatureingaben mit - Texte von E-Mails oder Passwörter fürs Homebanking.

Nur lästig, aber eher harmlos seien dagegen Reklameroboter, die man sich inzwischen wie Computer-Viren "einfangen" kann und die beim Surfen Umwege über Reklame-Webseiten einbauen.

In den USA überwachten sogar zahlreiche Unternehmen ihre Mitarbeiter per Tastaturmitschnitt, regelmäßigen Screenshots und Webcam-Filmen, aufgenommen von heimlich am Arbeitsplatz installierten Programmen, berichtet 'c't". In Deutschland schiebe das Gesetz solchen Praktiken zwar einen Riegel vor, trotzdem seien auch hier Fälle bekannt geworden, wo Arbeitgeber ihren Mitarbeitern auf diese Art nachspioniert hätten. Bei einem Verdacht helfe nur der Gang zum Betriebsrat oder eine persönliche Intervention beim Arbeitgeber, schreibt "c't".

Los wird man die Quälgeister ebenfalls per Software: Gegen ungewollte Beschnüffelung durch Spyware hilft schon eine dichte Firewall, die den User zumindest auf verdächtige Datenbewegungen aufmerksam macht und diese unterbindet. Auch solche Software ist in guter Qualität mitunter kostenlos zu haben. Dazu gibt es ein immer größeres Angebot kostenloser und kostenpflichtiger Spy- und Bossware-Scanner.

Bekannte kostenlose Programme mit respektablem Leistungsumfang sind beispielsweise Tiny Firewall oder Ad-Aware (gegen Spyware). Beide Programme sind häufig auf Beipack-CDs von Computermagazinen zu finden oder über Download.com.