Stiftung Warentest Schlechte Noten für Freemailer
Berlin - Die Stiftung Warentest hatte bei 24 "marktbedeutenden" Diensten Sicherheit, Verfügbarkeit, Handhabung und Service verglichen. Immerhin acht der untersuchten Dienste wurden wegen gravierender Sicherheitsmängel als "mangelhaft" eingestuft.
Die Spitzenposition belegen die Anbieter web.de und GMX. Beide Dienste schnitten mit der Note "gut" ab, die außerdem noch an die Anbieter ePost und RedSeven vergeben wurde. Zehn Dienste erhielten von den Warentestern ein "befriedigend", zwei ein "ausreichend". Zu den "mangelhaften" Diensten gehörten Abacho-Mail, altavista-email, Berlin.de-Mailbox, clickfish, Community, Lycos mail, Myokay und smartvia.
Nach Ansicht der Stiftung Warentest sind viele Anbieter nur unzureichend gegen Hackerangriffe geschützt. Dabei habe der Nutzer Anspruch auf ein geschütztes Postfach, weil er im Gegenzug Werbung akzeptieren müsse, argumentieren die Tester. Sie kritisierten außerdem die Praxis einiger Anbieter, die Mail-Adressen von Nutzern weiterzugeben, die dadurch mit unerwünschter Werbepost (Spam) rechnen müssten.
AGBs verstoßen gegen deutsches Recht
-
2 Min
-
3 Min
Schelte gab es auch für die weiteren Geschäftsbedingungen einiger Freemailer. So behielten sich Anbieter das Recht vor, den Dienst ohne Vorwarnung kostenpflichtig zu machen oder ihren Usern fristlos die Mailbox zu kündigen. In einigen Fällen bewegten sich diese Praktiken am Rande der Legalität, meinen die Tester. Besonders schlimm trieben es der Microsoft-Dienst Hotmail und Altavista, die in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) mehrfach gegen deutsches Recht verstießen.
In die Diskussion um Sicherheitsmängel von Freemailern passt auch eine Nachricht des britischen Internetdienstes "The Register". Danach waren die Nutzer des Microsoft-Dienstes Hotmail bis mindestens Mittwoch dem Sircam-Wurm schutzlos ausgeliefert, weil die MSN-Virussuche, die mit Software von McAffee arbeitet, längere Zeit nicht auf den neusten Stand gebracht worden war. Hotmail war ohnehin bereits mehrfach wegen Sicherheitsmängeln ins Gerede gekommen, etwa Anfang 2000. Damals konnten Unbekannte die Kundendaten von Tausenden Usern lesen, die sich seitdem über ein besonders prall gefülltes Postfach freuen können. Spam vom Feinsten.